Der Androide im Apple-Umfeld (6 und Schluss)

So. Test zu Ende und Rückkehr zum iPhone. Warum?

Über den Testzeitraum gibt es einige Dinge, die zu erwähnen sind.

Da ist zum einen das Design. Nicht unbedingt das der Geräte (das Nexus ist schnörkellos und dünn), nein, es geht um das Design der Apps. Und auf iOS ist ein Großteil schön anzusehen und intuitiv zu bedienen, auf Android sind die meisten Programme vorsichtig ausgedrückt – noch ein gutes Stück von gutem Design entfernt. Und noch etwas dabei fällt auf: Es gibt keine gemeinsame Design-Richtlinie: Mal ist das Menü oben rechts, mal unten rechts, mal irgendwie versteckt, meistens auf dem „Hardware-Button“. Das ist auf iOS deutlich besser.

AppStore: viele „merkwürdige“ Programme. Der Google AppStore ist, noch vorsichtiger ausgedrückt, im Moment ein ziemlich unübersichtlicher Gemischtwarenladen. Neben 1000+ FurzApps, kostenlosen Wallpapers, etc. ist es schwierig, Interessantes zu entdecken. Und viele Programme darin möchten gern einen viel zu großen Zugriff auf alle Eigenschaften des Telefons haben. Da merkt man schon, da werden Daten gesammelt für den eigentlichen Verkaufszweck.

Aufgegeben habe ich das Experiment dann aus durchaus handfesten Gründen. Zum einen in der Summe der kleinen Workarounds und wegen der vielen nicht zu Ende gedachten Kleinigkeiten. Da ist iOS viel weiter. Und genau diese Gefühl, alles aus einem Guss zu haben, das macht die Nutzung eines iPhones so angenehm transparent. Tagsüber ein paar interessante Aufnahmen gemacht? Abend zu Haus sind die ohne weiteres Nachdenken vorführbereit auf dem iPad (und damit über Airplay auf dem Fernseher) für Gäste.
Und was auch nicht verschwiegen werden darf: Das Ganze fühlt sich unzuverlässiger an. Der Bildschirm geht immer mal wieder alle 30 Sekunden für 10 Sekunden an, was das ist…? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hilft dagegen ein Neustart des Telefons. Man könnte auch alles noch mal neu installieren…

Und wesentlich nerviger: Plötzliche Batteriedrainage & spontanes Ausschalten. Das mag jetzt an meinem Gerät oder den installierten Programmen liegen, bisher mehrmals war das Nexus tagsüber einfach tot und erst durch Anschluss an ein Lagegerät und gleichzeitiges langes Drücken des Einschalters wieder zum Leben zu erwecken. Wobei der Akku eigentlich noch fast voll anzeigt nach dem Neustart….?

Und ein perspektivischer Gedanke: Android ist grad dabei, Windows als am meisten attackiertes Betriebssystem abzulösen. Um vor so etwas sicher zu sein braucht man regelmäßige und schnelle Updates des Systems. Und da habe ich so meine Zweifel. Das Nexus ist Googles Demo-Platform, deswegen läuft es auf dem aktuellsten Android (4.2.2). Ob das in einem Jahr noch so ist? Da traue ich Google mit der „Mal Ausprobieren und wieder Einstampfen“ – Mentalität nicht so richtig, siehe Google Reader.
Was die anderen Herstelle angeht: Warum sollten die überhaupt ein Update liefern? Das Geld ist beim Verkauf geflossen, mehr kommt nicht. Und so sieht die Android – Welt dann auch aus: Systemversion 2.x.x ist noch immer auf den meisten Geräten aktiv, der letzte Sicherheitspatch liegt Jahre zurück. Alles schlummernde BotNetz-Bomben.