Werbeblocker voraus!

In wenigen Tagen werden wir in den Genuss von iOS 9 kommen, und eine der darin enthaltenen Möglichkeiten könnte einen Erdrutsch in der Werbebranche auslösen.

Diese Branche hat es im letzten Jahr geschafft, jedes vernünftige Browsing-Erlebnis zuzuballern. Vor über einem Jahr habe ich mal eine Kamera online verkauft, und bis heute folgen mir die pestigen Anzeigenhöker mit ihren „Kamera verkaufen. Hier klicken.“ Thema verfehlt, 6, setzen: Die Kamera IST LÄNGST VERKAUFT.
Auf dem Desktop kann man sich relativ einfach Erleichterung verschaffen: Man installiert sich „Ghostery“ und besucht dann z.B. eine Website wie www.macworld.com
Ein kleiner Blick in das Icon von Ghostery offenbart, dass 19! (in Worten neunzehn) Tracking-Dienste per Javascript, Cookies und mehr meine Gewohnheiten ausspionieren wollen. Auf „Spiegel Online“ sind es immer noch fünf.
Safari Leiste
Das will ich aber nicht, und deswegen installiere ich Ghostery. Angenehmer Nebeneffekt: Webseiten laden wieder schnell, und der übertragen Inhalt ist wieder einige Kilobyte und nicht einige MEGABYTE pro Seite.
Und hier haben wir dann den Grund für den mit ziemlicher Sicherheit kommenden Angstzustand bei Werbediensten: Wer mobil surft, wird auch mit vielen Trackern, Cookies und sonstigem Dreck zugeworfen.
Und hier tut es richtig weh: Erstens kostet Datenübertragung Geld. Ich zahle also dafür, dass mich andere belauschen dürfen. Zweitens dauert das Laden einer Website EWIG. Einige Websites haben zudem die äusserst verdächtige Angewohnheit, selbst nach vollständigem Laden noch eifrig Daten mit diversen Servern auszutauschen.
In iOS 9 liefert Apple jetzt eine Schnittstelle, in dem auf Systemebene so etwas unterbunden werden kann. Ein erster Entwickler hat daraufhin einen sogenannten Adblocker entwickelt, getestet und die Ergebnisse veröffentlicht. Das Resümee kann man am besten einfach zusammenfassen: Eine Internet – Erfahrung, so, wie sie sein soll. Schnell, schlank, kosteneffektiv. Spricht sich das rum, werden das mehr und mehr Menschen installieren. Zeigt dann ein stolzer iPhone-Besitzer seinem Android – Kumpel, wie schnell surfen gehen kann, dann will der das auch. Und dann wird es richtig lustig: Dann muss Google in seinem App-Store Programme erlauben, mit denen das eigene Hauptprodukt – Werbung – verhindert werden kann.
Popcorn steht bereit, ich freu mich auf die interessanten Diskussionen und die Auswirkungen.
PS: Auf unserer Website ist es auch einer: damit lesen wir nur aus, welcher Artikel beliebt ist und welcher weniger. Das gucken wir uns an, und dann schreiben wir nur noch beliebte Artikel.
Nachtrag 26.08: Wenn man in Safari unter iOS9 länger auf den „neu laden“-Bereich drückt, dann wird die Seite OHNE Blockade geladen.