Microsoft – leider schon wieder

Wenn es nicht so traurig wäre…

Mein letzter Beitrag über Sicherheitsprobleme bei Microsoft ist grad mal eine Woche her, und da findet sich schon wieder Interessantes im Netz:

Ein bei Azure gehosteter interner Server von Microsoft war für das gesamte Internet sichtbar und durch keinerlei Kennworte gesichert. Was drauf war? „The whole 9 yards“: Kennungen und Passworte von Microsoft Mitarbeitern, Administratoren und mehr. Codeschnipsel, interne Dokumente, Konfigurationsdateien…

Und der wirkliche Skandal: Microsoft wurde am 6. Februar darauf hingewiesen, und dann hat es noch fast einen ganzen Monat gedauert, bis das gefixt war – solange standen die Daten zur gefälligen Selbstbedienung offen herum.

Ein ganzer Monat, 30 Tage! Wie geht sowas? Wenn mich jemand darauf hinweisen würde, dass einer unserer Kundenserver offen im Netz steht – dann wäre aber Alarm unter dem Dach in der IT und spätestens 30 MINUTEN nach Bekanntwerden wäre das Ding aus dem Netz verschwunden. Wie kann eine Firma 30 Tage brauchen, um den Ausschalter zu finden?

Muss das erst als Akte durch alle Abteilungen im Haus laufen? Wissen die nicht, wer welche Server betreut? Sagenhaft.

Microsofts Sicherheitssupergau (Nachtrag)

Aus gegebenem Anlass noch einmal etwas zu unserem bereits veröffentlichten Artikel (hier) zum drastischen Sicherheitsproblem bei Microsoft.

Ich lese grad einen Artikel auf heise über den Sicherheitsvorfall bei Microsoft mit dem schönen Titel „Gestohlener Azure-Master-Key: Microsofts Sicherheitsversagen ist jetzt amtlich“. Da haben Hacker bisher unbekannter (vermutlich chinesischer) Herkunft den Generalschlüssel für das Microsoft-Universum geklaut. Der Tenor des Berichtes ist vernichtend, Microsoft hat in allem komplett versagt, was sich um die Sicherheit dreht. Die Empfehlung der US-Behörde? Keine neuen Features, erst mal um die Sicherheit kümmern. Kommt Ihnen bekannt vor? Genau, Boing – etwas zu gierig geworden, mehr Finanzleute in hohen Position, die teuren, nörgelnden Ingenieure wird man dann auch los…
Und was macht Microsoft?
„Hey, easy. Alles nicht so schlimm, wir wissen zwar nicht so genau, wo die Hacker überall waren, aber wir haben das völlig im Griff. Und ab sofort ist unser geiler Copilot, der zeitweise völligen Unsinn zusammenphantasiert, jetzt (gegen Aufpreis, muss leider sein) in jedem unserer Programme eingebaut. Klasse, oder?“
Und dann überfliege ich so meinen LinkedIn-Feed, und da komme ich dann doch etwas ins Staunen. Ein IT-„Berater“ reiht sich an den nächsten, alle wollen Teams einrichten, alle Daten in Azure schaufeln, überall alle Office-Programme installieren. Und neuer idiotischer Trend: Den neuen, geilen Microsoft Copilot für alles einzusetzen, was nicht weglaufen kann. Teure Schulungen werden angeboten, wie man diese Software dazu bringt, den gleichen, zähen, langweiligen Brei zu produzieren, der überall zu lesen ist. Warum ist niemand mehr individuell und mutig, gern auch mal aneckend?

Das Ganze ist unverantwortlich, tut mir leid, das so sagen zu müssen. Kein Nutzer von irgendwelchen Microsoft-Diensten kann sich noch sicher sein, das seine Firmengeheimnisse nicht irgendwo im Darknet rumschwirren, und alle rennen wie die Lemminge auf die nächste Klippe zu, Hauptsache KI!

Man muss sich dem unseligen Trend nicht anschließen. Mein Vater sagte damals schon: „Wenn 100 Leute von der Brücke springen, müssen wir das nicht auch tun!“
Warum bei sowas alle Eier in einen Korb legen? Warum nicht Einzelprogramme intelligent miteinander vernetzen? Muss man das Telefon auch noch über Teams abwickeln? Vielleicht noch die Steuerung des Herzschrittmachers in die Microsoft Cloud legen? Der könnte dann, wenn die Bank anruft automatisch ein paar Takte höher schalten.
Im Ernst: Es gibt so viele schicke Lösungen, die man gut miteinander verbinden kann, und die auch dann weiter funktionieren, wenn mal ein Baustein ausfällt.

Wer unseren Artikel (der VOR der bösen Abrechnung von Heise erschienen ist) noch einmal nachlesen möchte: Gern, hier.

Schönen Start ins Wochenende!

Microsofts Sicherheitssupergau

Wir sind entweder inzwischen komplett abgestumpft oder es ist uns einfach sch…egal, was mit unseren Daten passiert. Das ist das Bild, was sich mir nach den letzten Ereignissen in Sachen Sicherheit bietet.

Was ist passiert?

Microsofts Sicherheitssupergau ist passiert. Microsoft hatte vor einiger Zeit stolz gemeldet, sie hätten die Angriffsversuche chinesischer Hacker auf ihre Infrastruktur abgewehrt. Die Gruppe „heise security“ hat sich das mal etwas genauer angesehen. Tatsache ist:

Irgend jemand hat Microsoft den elektronischen Hauptschlüssel für fast alles in der Cloud entwendet. Und Hauptschlüssel heißt hier „Hauptschlüssel“, und „fast alles“ heißt fast alles. Zugang zu allen Onlinediensten, Speichern, OneDrive, Teams, Outlook – alles Alles.

Reaktion von Microsoft zu diesem Thema? „Ruhig bleiben, wir haben alles im Griff!“

heise security sieht das etwas anders:

Microsoft hatte sich einen Master-Key klauen lassen, der den Angreifern wochenlang Zugriff auf fast alle Daten all ihrer Cloud-Kunden ermöglichte. Ein gestohlener Master-Key ist eigentlich schon der GAU für einen Cloud-Anbieter. Doch es war noch viel schlimmer: Der Schlüssel hätte gar nicht funktionieren dürfen; Microsofts Schloss war also auch noch kaputt. Das kommt einer Bankrotterklärung der hochgelobten Cloud-Security gleich.

Quelle: Jürgen Schmitt, heise Security.
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