Interessante kleine Helferlein (#7): NameQuick

Da haben wir einen interessanten, kleinen Neuankömmling, der erste mit KI.

Eine immer wiederkehrende Anforderung bei der Ordnung digitaler Belege ist die Benennung. Wichtig für später, denn egal, in welchem Programm ich nachher die Dateien ablege, es wird immer darauf hinauslaufen, dass eine Suche eine Liste von Dateien anzeigt.

Und da wäre es sehr hilfreich, wenn diese Dateien schon mal richtig gut benannt sind. Mit Datum oder ohne? Wenn ja, welches Datum? Jahreszahl zuerst wegen Sortierung? Ein intelligenter Helfer an dieser Stelle könnte einem im Vorfeld viel Arbeit abnehmen, und so einen Helfer gibt es jetzt:

NameQuick

Namequick beschreibt sich selbst als „Dateien nach Inhalt umbenennen & organisieren. Automatisch.“

Und genau das tut es, und das sehr gut.
NameQuick filtert mit Hilfe von KI verschiedene Dinge aus einer Datei, das kann zum Beispiel das Datum sein, der Betrag einer Rechnung oder der Lieferant, also von wem kommt das Dokument.

Aus diesen Bausteinen läßt sich in einem zweiten Schritt der Dateiname zusammenbauen, also z.B. „2026-08-31-Lieferant-Rechnung.pdf“.

Es gibt vordefinierte Felder, wie Datum, Rechnungsbetrag, etc., das schicke aber ist: Man kann ein neues Feld anlegen und eine Anweisung an die KI eintragen.
Beispiel: „IBAN ohne Leerzeichen“ liefert genau das zurück. Für jedes Feld gibt es eine Rückfallversicherung, wenn also im obigen Beispiel keine IBAN gefunden wird, kann ich etwas anderes eintragen (lassen).


Nach der erfolgten Erkennung der Felder erlaubt „NameQuick“ ein Aufräumen des erzeugten Textes, und zwar pro Feld oder für den gesamten Namen. In meinem Beispiel „2026-08-31-Lieferant-Rechnung.pdf“ sage ich z.B., dass das Datum in eine andere Form gebracht wird für eine bessere Sortierung, vom Anbieter, das ist der, der mir das Dokument geschickt hat, soll es nur das erste Wort einsetzen und so Firmennamen-Wortungetüme einzukürzen, und anschleißend soll er bitte noch alle Leerzeichen entfernen. Mit dem so zusammengebauten Text wird anschließend die Datei umbenannt.

Ordnung halten


Nach dieser Umbenennung kann ich noch weitreichende Anweisungen geben, was mit der umbenannten Datei passieren soll. Einmal kann ich Tags vergeben, zum anderen das Dokument in einen bestimmten Ordner ablegen. Wer ein einfaches Ablageschema nutz, hat damit diese Datei schon komplett bearbeitet. Auf der Webseite im Supportbereich gibt es eine gute Erklärung dafür und auch ein vernünftiger Vorschlag, wie so eine Hierarchie aussehen könnte.


Datenschutz


Das Programm kann in zwei Modi arbeiten, einmal „managed„, dann kümmert sich der Hersteller um alles, was KI angeht. Das kosten für eine bestimmte Anzahl Benennungen einen monatlichen Preis. Hier werden die Dokumente dann an eine externe KI geschickt.
Wer das nicht möchte, kann das Programm einmalig erwerben und dann entweder einen eigenen API-Schlüssel für seinen bevorzugten KI-Anbieter verwenden, wobei aber auch hier die Dateien den Rechner verlassen.


Man kann aber auch auf die lokalen KI-Modelle von Apple wechseln, dann bleiben alle Daten auf dem Rechner. Diese internen Apple-Foundation-Modelle sind natürlich nicht so leistungsfähig wie die großen LLMs, aber unsere erste Erfahrung zeigt, dass das für die Bennenung von PDFs allemal ausreicht. Der benötigte Platz für die lokalen LLMs liegt bei 20GB pro Modell, ein weiteres Argument, SSD-Größe am Mac beim Kauf nicht zu knauserig zu halten – unser Reden… 😁


FAZIT:


Hat sofort einen festen Platz in unserer Verarbeitungsschlange für unseren internen Ablauf erhalten.

Bundesliga light…

Für den Fußballminimalinteressierten gibt es eine neue Alternative für das iPhone:

Wer nur das Ergebnis seines Lieblingsvereins im Blick behalten will und schon lange genervt ist von den diversen werbefinanzierten Angeboten, für den hat Apple was: Das schon länger verfügbare iPhone Programm „Sports“ kann jetzt auch Bundesliga. Man wählt seinen Verein aus, und dann gibt es sehr angenehm dezent Hinweise auf gefallene Tore.

Die stehen auf dem Bildschirm, werden auf die Uhr gespiegelt und stehen im „Dynamik Island“ oben am Bildschirmrand.

Screenshot

Öffnet man das Spiel, werden unter „Ticker“ die wichtigsten Dinge angezeigt. also Auswechslungen, Fouls, Karten, Tore. Und auch ausgeführte Ecken und Flanken, aber eher sehr nüchtern. Empfehlung!

(Und grad rauscht das 0: 4 für Werder bei Freiburg auf die Uhr. Da ist noch Verbesserungspotential – bei Werder, nicht im Programm!)

Beobachtung zu den neuen Mac Studio…

Zwei Beobachtungen noch zur vorgestern erfolgten Vorstellung der neuen Apple Mac mini und Mac Studio – Modelle. 

Neural Engine 16 Kerne

In jedem M-Prozessor seit dem M1 gibt es einen „16-Core Neural Engine“-Chip. Der hat mit dem M5 (ab Pro ) einen Upgrade erfahren, es gibt jetzt neben dem Chip mit der „16‑Core Neural Engine“ noch „Neural Accelerators“ und mit dem M6 ist daraus ein „Dual 16‑Core Neural Engine“ geworden. Diese langsame Steigerung ist sicherlich den kommenden Siri AI-Anforderungen geschuldet, von denen wir in der EU ja erst einmal wenig mitbekommen werden.

Leistung im Überfluss

Viel interessanter ist natürlich die Frage, was jemand mit einem Mac Studio mit 36-Core CPU, 80 Core GPU und 512 GB gemeinsamen Hauptspeicher anfangen will. Seit dem M1 stellt sich für Otto Normalanwender tatsächlich die Frage, warum man auf ein neueres Modell wechseln sollte. Alle „normalen“ Anwendungen wir Photoshop, Lightroom, Logic laufen doch wunderbar.

Ok, Anwender von Logic, die das Programm ausreizen wollen, brauchen für viele Spuren viel Leistung, aber selbst da wage ich zu bezweifeln, dass ein solcher Rechner einen nennenswerten Markt findet.

Und die Antwort, wofür diese Geräte gebaut werden gibt Apple auf der Webseite des Studio auch selbst: 

Selbstgehostete KI Modelle

Damit könnten sie mal wieder spät, aber nicht zu spät, einen Nerv getroffen haben. Guckt man sich mal die aktuelle KI-Landschaft an und liest neben den eindrucksvollen Marketingdokumenten auch mal etwas in Finanzforen mit, dann wird einem schnell klar, dass die neue Währung im Umgang zwischen Kunden und Anbietern der KI das Token ist. So ein Kontingent von Token kann man kaufen und dann bei Abfragen an die KI verbrauchen. Das tun viele, und die ersten Firmen haben schon die ersten leidvollen Erfahrungen gemacht: Tausende von Euro für banale Umwandlung von PDFs in Powerpoint-Slides. Allgemeine Schätzungen gehen davon aus, dass der aktuelle Preis für diese Token dramatisch unterpreist ist, und zwar je nach Schätzung um den Faktor 100 bis 1000. Jeder Firmenchef, der KI als wichtigen Baustein seiner Verarbeitungskette vorantreibt, wird bei dem Gedanken, von so einer Firma mit absehbaren Preissteigerungen abhängig zu sein, einigen Nachtschweiß haben.

Meine Prognose: 

Hier wird die Stunde der lokalen KI-Modelle schlagen, und Apple hat dafür grade die extrem leistungsfähige Hardware vorgestellt. Im Bereich der KI gilt: Die harte Währung ist Rechenleistung, CPU und GPU. Nicht umsonst ist eine Firma wie Nvidia, die die Älteren unter uns noch als Hersteller von stromfressenden Grafikkarten kennen, mittlerweile eine der wertvollsten Firmen geworden. Und in deren Bereich versucht Apple grad etwas zu wildern. Sieht man sich mal den M5 Ultra etwas genauer an, dann wird da prominent erwähnt, dass man über Thunderbolt 5 bis zu vier dieser Geräte als Cluster verbinden kann, der dann 3x so schnell ist wie der Einzelrechner. Und wenn irgendjemand um die 70.000€ für so ein Konstrukt ausgibt, dann will er auch einen Ertrag sehen.

Weltwissen versus Spezialistentum

Die aktuellen KI-Modelle (die mit den teuren Token) können jede Frage beantworten, von eingewachsenen Zehennägeln über die Migration zweier Fritzbox-Router bis hin zum Sinn des Lebens. (Wenn da nicht 42 rauskäme, wäre ich schon etwas enttäuscht.) 

So ein Riesenpaket an Möglichkeiten braucht die normale Firma in der Regel aber gar nicht, da geht es eher darum PDFs in Powerpoint zu wandeln und ähnliches. Hierzu lassen sich hervorragend lokale Modelle nehmen, und, noch wichtiger: Die lassen sich dann ohne Angst vor Datenabfluß auch mit den wichtigen internen Firmendaten trainieren. 

Spart man hier im Monat 2000€ an Token ein, dann ist so ein Cluster von Rechnern in 3Jahren amortisiert. Und man hat noch schicke Hardware, sollte die KI-Blase dann irgendwann platzen – wozu eine stärkere Nutzung von lokalen Modellen ja gern beschleunigend wirkt.

Überraschung am Dienstag nachmittag…

Na, das ist ja mal ein schöne Ding. Apple hat neue Mac minis und neue Mac Studios vorgestellt. Ersterer kann jetzt mit dem M6 bestellt werden, wobei das Pro-Modell „nur“ mit dem M5 kommt. Der Studio ist wieder mit einem „Ultra“-Prozessor lieferbar. Genauere Spezifikationen tröpfeln grad so rein, Preise sind leicht gestiegen und die Verfügbarkeit wird weiterhin ein Problem sein und bleiben. Der Fokus der neuen Rechner ist ganz klar: Lokale KI-Modelle laufen lassen. Das spricht sicherlich viele Firmenkunden an und läßt sich im Prinzip über die eingesparten Token bei Claude und ChatGPT realisieren. Bestellbar jetzt, lieferbar (!) ab 22.09. Angebote machen wir gern unter apple@kunckeledv.de. Kleiner Wermutstropfen für alle unsere Kunden mit offenen M4-Bestellungen beim Mac mini: Die wird uns Apple wahrscheinlich alle wegstornieren. Wir melden uns bei Ihnen und sehen, wie wir eine gute Lösung hinbekommen.

Icons in den Menüs von Tahoe ausschalten

Wer macOS Tahoe installiert hat und sich über den Fliegendreck vor vielen Menüeinträgen wundert und ärgert: Das ist kein Fehler, Sie brauchen keine neue Brille und Reinigungsmittel für den Monitor helfen auch nicht. Das hat irgend ein Designer bei Apple entschieden, dass so etwas sinnvoll ist. Wer das nicht auch gut findet oder wer denkt, dass diese Icons viel zu klein und häßlicher sind, als alles, was MS an Design bisher verbrochen hat, für den gibt es Abhilfe:

Terminal öffnen, das folgende einsetzen und mit Return bestätigen:

defaults write -g NSMenuEnableActionImages -bool NO

Rechner einmal neu starten, und weg sind sie – mit wenigen Ausnahmen, die auch noch Sinn machen: Das Zoom-Icon ist zumindestens halbwegs auszumachen.

Da nich für!

(Ach ja, das übliche: Ohne Gewähr, ohne Garantie. Rückgängig machen kann man das -bool YES am Ende des Befehles.)

Nachtrag: Und bei einigen Programmen funktioniert es leider nicht…

Interessante kleine Helferlein (#6): SwiftStrip

DragThing ist wieder auferstanden!

Oder um einen Werbespruch zu zitieren:

„Es gibt sie noch, die guten Dinge!“


Wer schon länger einen Mac benutzt, wird es vielleicht noch kennen: DragThing von James Thomson, ein kleines Programm, mit dem man alle benötigten Programme und Dokumente in einer kleinen Leiste kompakt am Bildschirmrand haben konnte. Version 5.9.17 erscheint am 16. November 2016. Danach schafft Apple die 32bit-Umgebung für Software ab, und das markiert dann das Ende von DragThing.

Aaaaaber: es gibt jetzt einen legitimen Nachfolger: SwiftStrip von Marc Mennigmann.

SwiftStrip sammelt alle Programme und Dokumente auf einzelnen Reitern, den TABs. Bei mir ist jeder dieser Reiter thematisch genutzt, und jeder Reiter hat 2 x 12 Kacheln. Wie das Ganze aussieht kann man ausführlich einstellen. Fahre ich mit der Maus an den linken unteren Bildschirmrand (auch alles einstellbar) fährt das Dock hoch. Ich wähle den Reiter aus (durch Klick oder drüberfahren – auch einstellbar) und dann das gewünschte Programm oder Dokument. Soweit, so gut, für mich kommen zwei weitere gut durchdachte Features dazu:

1.) Starten per Drag und Drop

SwiftStrip aufgeklappt

Viele meiner Projekte sind in BBEdit-Projekten. BBEdit ist als Programm in der oberen Reihe, die Projekte liegen darum gruppiert. Ich kann ein Projekt greifen und auf das Symbol von BBEdit ziehen, und BBEdit startet mit diesem Projekt. Häufig genutzte Projekte liegen direkt neben dem BBEdit-Icon, seltener genutzte weiter weg.

2.) Überwachter Ordner


Ein weiteres, sehr durchdachte Feature des Programmes ist der überwachter Ordner.
Für einen Tab kann man einen Ordner auswählen, der dann von SwiftStrip überwacht wird, d.h. alle Elemente in diesem Ordner werden auf den Kacheln angezeigt.
Wer meine Serie „Interessante kleine Helferlein“ verfolgt hat, weiß, dass es diverse Tools gibt, um einen perfekten papierlosen Workflow auf dem Rechner zu installieren. Als zentraler Punkt für den papierlosen Workflow ist ein Ordner zugeordnet, der als Drehscheibe fungiert. In diesem Ordner landen alle PDFs, die auf dem Rechner ankommen, sei es per Scan, per Mail, per iPhone oder auf sonst irgendeine Art und Weise. Diesen Ordner habe ich als Reiter in SwiftStrip, und immer, wenn es Zeit ist, die eingegangenen Dokumente zu sichten, wähle ich diesen Reiter aus und klicke dann ein Dokument an. Dieses Dokument öffnet in Vorschau, hier kann ich Tags und Titel vergeben und dann sichern. In diesem Moment greift sich Hazel dieses Dokument, entfernt es aus dem Ordner und legt es woanders ab. (Mehr dazu in diesem Artikel).

Es gibt jetzt ein Dokument weniger im Ordner, SwiftStrip aktualisiert die Anzeige. Ist der Reiter leer, habe ich alle eingegangenen Dokumente abgearbeitet.

Fazit: Klare Kaufempfehlung