WWDC 2021, Teil 1…

Das war sie dann, die WWDC 2021. Wieder wie üblich aufgeheizt mit Spekulationen, wieder unterschiedliche Wahrnehmungen. Diese WWDC war eine ohne Hardware-Ankündigung, dafür gab es viel Neues im Softwarebereich. Ich werde das, was mir so an Kleinigkeiten aufgefallen ist, schmucklos hier veröffentlichen.

iOS 15 – AirTags Update…

In meinem Artikel zu den Airtags (AirTags und der verlorene Koffer) hatte ich schon bemängelt, dass den AirTags ein wichtiges Feature fehlt: Der Entfernungsalarm. Bei Chipolo und Tile kann man für einzelne Geräte, zum Beispiel den in der Kameratasche, einstellen, ob man einen Alarm bekommt, wenn man aus der Reichweite der Bluetooth-Verbindung kommt. Das finde ich ziemlich wichtig, weil das so ein erster Schritt ist: Warum sollte ich das Gerät vergessen und dann aufwändig und sicherlich sehr schick über das „Wo ist“ – Netzwerk suchen und hoffentlich wiederbekommen, wenn schon der Ansatz des Verlustes blockiert wird? Man schließt vor dem Biergarten sein Fahrrad auf, und im selben Moment poppt eine Nachricht auf: „Kann es sein, dass Du grad Deine Kamera vergessen hast?“. Und dieses wunderbare Feature wird jetzt in iOS15 nachgereicht…

Die Zutaten sind da…

… was noch fehlt, ist das Rezept. Und jemand muss den Herd anschalten. Wer, wie ich, zwischen dem Mac und dem iPad wechselt, um an einer Aufgabe auf beiden Plattformen zu arbeiten, dem kommt das Arbeiten auf dem iPad vielleicht auch etwas vor, als würde man am Mac mit Handschuhen arbeiten. Da ist das macOS durch Jahre der Verfeinerung einfach besser…

Der Elefant im Raum

Seit der Vorstellung des iPad Pro 12,9 habe ich das nagende Gefühl, etwas zu übersehen. Etwas, das so klar und groß vor Augen ist, dass man es, wie den sprichwörtlichen Elefanten im Raum, übersieht.

Zutat 1: M1

Der gleiche Prozessor, der in den aktuellen Macs ist, wird jetzt auch im neuen iPad Pro genutzt. Die Leistungsdaten sind, erwartungsgemäß, überbordend – für ein iPad.

Zutat 2: Display

Das im iPad verbaute Display ist quasi ein Ausschnitt aus Apples ProXDR Display – zu kaufen für schamfreie 6000€. Farbraum, Kontrast, alles da für was immer man professionell farbig bearbeiten möchte – Fotos, Videos, Renderings…

Zutat 3: Magic Keyboard

Mit der Vorstellung des Magic Keyboard und iPadOS13 hat das iPad einen Cursor bekommen: Einen kleinen, grauen Punkt, den man mit dem Trackpad über den Bildschirm schubsen kann. Das funktioniert überraschend gut.

Zutat 4: Speicherplatz

Das neue iPad Pro 12.9 (warum eigentlich nicht einfach 13“?) kann mit bis zu 2 TB Speicherplatz ausgestattet sein. Sicherlich, für Menschen, die viel in 4k oder 8k Video schneiden oder hunderte von Photos bearbeiten, ganz sinnvoll. Aber wer tut das? Wenige, denke ich.

WWDC 2021 voraus

In wenigen Tagen ist WWDC, und es ist keine große Wahrsagekunst anzunehmen, dass Apple neue Versionen von iOS, iPadOS und macOS vorstellen wird. Und meine Überzeugung ist, dass wir mindestens eine deutliche Neuerung im iPadOS sehen werden – oder: Schalten wir den Herd mal an und köcheln etwas Gerüchte. Entweder fährt Apple die langsame Strategie und baut das iPad OS deutlich aus, oder es wird eine Überraschung geben: eine Möglichkeit, MacOS zusätzlich auf dem iPad zu installieren. Warum nicht? Die nötigen Bestandteile sind alle da (siehe oben), und eine Möglichkeit, entweder als iPad zu booten oder als macOS sollte sich auch einbauen lassen. Dazu ein gemeinsam genutzter Speicherbereich über iCloud Drive und fertig ist die Laube.

Was ich gern sehen würde auf dieser WWDC:

Hardware: Guckt man sich die letzten 20 Konferenzen an, dann gab es auf 13 davon eine Hardwareankündigung. Mein Favorit: Ein 14″ MacBook Pro mit einem leicht verbesserten M1, also M1X.

Verbessertes iPad OS: Endlich ein vernünftiges Multitasking-System auf dem iPad. Ganz im Ernst: Wer jemals versucht hat, eine nicht im Dock befindliche App in SplitView zu bekommen und das iPad dabei nicht an die Wand geworfen hat, der hat meine Hochachtung was Geduld angeht. Also, Apple, da ist Raum für Verbesserungen und ein dankbares Publikum.
Wetten werden angenommen!

Die ProApps von Apple auf dem iPad!

Wetten werden angenommen!

Nachträge:

Retweetet von JLG: VM auf iPad?

Werbefrei und Spaß dabei…

So langsam fängt es an, wirklich zu nerven. Rufe ich eine Nachrichten-Webseite auf und fange an zu lesen, dann habe ich Mühe, dem Text zu folgen: der Text springt stückweise nach unten, je nachdem, wann denn endlich die penetrante Werbung geladen ist. Will ich das Ganze werbefrei sehen, kann ich überall gern ein Abo abschließen, für nur X.XX€ im Monat. Das auf einer Webseite, auf der ich einen Artikel im halben Jahr lese – nicht so richtig einzusehen. So lange es keine Möglichkeit gibt, pro Monat einen Obolus zu entrichten und dann auf allen Webseiten werbefrei zu lesen, so lange wird es Werbeblocker geben. Die jetzt verfügbaren sind immer pro Rechner/Tablett, müssen konfiguriert werden und manche Webseiten sperren einen dann komplett aus.

Wir haben jetzt mal das Experiment eines zentralen Werbeblockers ausprobiert. In der Mac & i 2/2021 ist ein Artikel, der beschreibt, wie man einen Raspberry Pi als zentrale Instanz im Heimnetz einrichtet. Der Kauf des Heftes und des Raspis dafür lohnt sich, die Einrichtung ist gut beschrieben und läßt sich in weniger als einer Stunde nachbauen. Man hat dann einen kleinen Kasten mit dem Raspi, der installierten Software pi-hole und einer Anleitung, wie man ihn ins Netzwerk einbindet.

Alle oder Ausgewählte

Bei der Einrichtung gibt es zwei Vorgehensweisen. Zu Beginn empfiehlt sich die vorsichtige Variante: in den Netzwerkeinstellungen eines Rechners die DNS-Einstellung auf die IP des Raspberrys verbiegen und dann beobachten. Die „Alles oder Nichts“ – Einstellung ist es dann, den DNS-Eintrag des Routers auf den Raspi umzubiegen.

Auswirkungen

Erstaunlich. Erstaunlich gut. Morgens sind es ca. 6% geblockter Anfragen in den letzten Stunden, am Abend dann bis zu 30%. Liegt daran, dass ja alle Anfragen aus dem Heimnetz über den Raspi laufen, und da sind halt viele Geräte drin, die nachts Updates suchen, Aktualisierungen laden und solche Dinge mehr. Über den Tag sind es eben Rechner und Tabletts, die Webseiten besuchen. Interessanter Nebeneffekt: wenn man sich mal in einer ruhigen Minute den Netzwerkverkehr ansieht, der z.B. so zwischen 3 und 4 Uhr gelaufen ist – spannend. Der intelligente Fernseher sucht eine Verbindung zu views.hersteller.com? Kann man mal auf die Blacklist tun und dann beobachten, ob einem was fehlt.

Fallstricke und deren Vermeidung

In jetzt über einer Woche Test gab es genau eine Webseite, die den Zugang wegen aktiviertem Adblocker verwehrt hat: bild.de. Alles andere funktioniert wunderbar. Wenn man so etwas hat, gibt es auch hier einen Trick: man legt sich eine zweite Netzwerkumgebung an, in dem man die aktuelle dupliziert. In der neuen Umgebung („mit Werbung“) läßt man alle Einstellungen, bis auf den DNS-Server. Da trägt man über das „+“ dann 1.1.1.1 ein. Das sind die schnellen DNS-Server von Cloudflare. Dieser DNS ist übrigens auf dem Raspi auch eingetragen, der wird genutzt, wenn es erlaubte URLs aufzulösen gilt.

Der neue iMac – darfs etwas mehr sein?

„Sich einen Wolf konfigurieren“ oder auch: „den neuen iMac konfigurieren“

neuen iMac konfigurieren

Grundkonfigurationen:

Farben, RAM, USB: Wie also den neuen iMac konfigurieren?

Low End: 8 Kerne, 7 Kerne GPU. Normale Tastatur (ohne Touch ID), kein Ethernet, keine USB3-Buchsen, nur 4 Farben. Wobei „Low End“ bei der Leistung des M1-Prozessors ein deutliches Understatement ist.

Normal: 8 Kerne, 8 Kerne GPU. Normale Tastatur (mit Touch ID),  Ethernet, 2 USB3 Buchsen, alle Farben.

Man kann den Low-End upgraden, sowohl Gigabit Ethernet als auch Tastatur mit Touch-ID ist möglich, es bleiben aber immer 7GPU und keine USB3.

Alle Modelle fangen mit 8GB Ram an und 256GB SSD. 8GB ist mit der neuen Architektur des M1 reichlicher als vorher, SSD nach Gusto…

Farben…

Wer Orange, Gelb, Violett will -> bitte das normale Modell wählen!

Was nehmen? Eine Annäherung…

Getreu der in den letzten Jahren sich bewährt habenden Direktive: Immer das Maximum ordern, was sich nicht nachträglich ändern läßt, würden wir zum „normalen“ Modell greifen. Deswegen zwei mal 8 Kerne, CPU und Grafik. Der „normale“ iMac hat eine Ethernet – Schnittstelle, und hier gilt der Spruch aus der Tuner-Szene: „Hubraum ist nur durch noch mehr Hubraum zu ersetzen“. Lieber schnelles, ungestörtes Kabel als langsames, mit diversen anderen Geräten geteiltes WLAN. USB-Anschlüsse kann man nicht genug haben.

Soweit so gut. Wie sieht es mit RAM aus? Durch die besondere Architekur des M1-Chips (im Artikel Programmiersprache und Speicherbedarf beschrieben) reichen nach unseren Erfahrungen für die allermeisten Anwendungen 8GB. Im Zweifel gilt aber auch hier: RAM läßt sich nicht nachrüsten, externer Speicher statt interner SSD aber schon – wer hat, nimmt 16GB.

Die interne SSD ist zwar ungeschlagen schnell, es gibt aber mit der Samsung X5 sehr schnelle Thunderbolt3 – SSD, diesen Bereich kann man also nachrüsten.

Tastaturen kann man bei allen Konfigurationen auf TouchID mit oder ohne 10-er-Block dazu ordern.

Zusammenfassung – unsere Gerät der Wahl

16GB RAM, SSD nach Geldbeutel, 8/8 Kerne, USB & Ethernet

Und so (oder anders) direkt bei uns zu ordern: apple@kunckeledv.de oder 0421-40889824

AirTags und der verlorene Koffer

Apple hat die AirTags vorgestellt, eigentlich nichts anderes als Bluetooth-Schlüsselfinder. Das macht tile z.B. schon lange, warum ist jetzt dieses AirTags jetzt wieder etwas besonderes? Kurz gesagt: Das Umfeld ist entscheidend.

Wir packen einen Koffer

Gehen wir mal auf die Reise. Wir packen einen Koffer, und an den hängen wir einen der neuen AirTags. Frische Batterie sollte drin sein (CR2032), wenn nicht – kann man selbst erledigen.
Auf dem Weg zum Flughafen bleiben wir immer in der Nähe des Koffers, sollten wir zum Zeitschriften kaufen mal den Koffer aus den Augen verlieren, gibts eine Info auf die Uhr und das iPhone. Nach dem Einchecken verschwindet der Koffer in den Untiefen der Gepäckförderbänder, „Wo ist“ meldet das Verschwinden des Koffers. Der landet hoffentlich im Flugzeug – im richtigen Flugzeug wäre optimal.

NACHTRAG WWDC 2021 und iOS15: in iOS 15 ist so ein „entfernt sich“ – Alarm zu jedem AirTag einstellbar, ebenso sind „sichere Zonen“ definierbar, z.B. das eigenen Zuhause, beim Verlassen gibt es dann für dieses Tag keinen Alarm.

NACHTRAG UND KORREKTUR: Wenn der AirTag ausserhalb der Reichweite des iPhones kommt, gibt es KEINE Nachricht. Man muss selbst „Wo ist“ starten und sieht dann den letzten Standort. Blöd, wenn man dann schon durch die Sicherheitskontrolle ist und man erst am Flugsteig die Kameratasche vermisst…
Das macht „tile“ besser, allerdings nur, wenn man das Abo für 3€ im Monat abgeschlossen hat!
Nachtrag zum Nachtrag: Chipolo hat das Feature ohne Abo. Die Erfahrungsberichte dazu sind gemixt, wir probieren das demnächst mal selbst aus…


Interessant wäre, ob man dann im Flugzeug den Koffer im Frachtraum auch orten kann.
Am Zielort angekommen taucht der Koffer auf dem Gepäckband auf, „Wo ist“ signalisiert die Annäherung – alles gut.

AirTags und der verlorene Koffer: Der Koffer ist weg…

Taucht der Koffer nicht auf, hat man erst einmal andere zu lösende Probleme, danach stellt man den Status der Koffers in der „Wo ist“-App auf „verloren“.
Jetzt greift das erwähnte Umfeld: Jedes iPhone auf diesem Planeten ist jetzt auf der Suche nach dem Koffer. Steht der Koffer fälschlicherweise in Tokio in der „Lost Baggage“ – Area und jemand mit einem iPhone (und eingeschaltetem Bluetooth) kommt in die Nähe: Das (der?) AirTag meldet sich dann bei diesem iPhone, und das iPhone gibt Ort und ID des Tags verschlüsselt an Apples Server weiter. Ist das Tag als verloren gemeldet, erscheint auf Ihrem iPhone eine Meldung, wo es gefunden wurde. Wenn der Besitzer des iPhones in Tokio die AirTags kennt, dann weiß er, dass er mit dem Telefon auf die weiße Seite des Tags tippen kann. Eine Webseite öffnet sich und er bekommt eine eventuell von Ihnen hinterlegte Nachricht mit Kontaktmöglichkeiten. Das funktioniert mit NFC (Near Field Communication) und klappt deswegen auch mit Android – Telefonen.

Und warum kommen die AirTags erst jetzt?

Gute Frage. Ich denke, es war weniger ein technischer Grund. Vielleicht hat Apple einfach deswegen gewartet, bis die Durchdringung der Welt mit iPhones hoch genug ist und fast alle an ihrem iPhone Bluetooth eingeschaltet haben (die ikonischen weißen Kopfhörerkabel sieht man immer seltener).

Interesse? Bei uns käuflich zu erwerben. Einfach eine Mail an apple@kunckeledv.de!

Vermischtes

Wieviele AirTags? 16 pro AppleID

Diebstahl: AirTags, die einem selbst zugeordnet sind, können nicht einfach von anderen genutzt werden. Sie lassen sich nicht mit anderen iPhones koppeln!

Datensicherheit: jedes AirTag sendet Bluetooth Signale aus, in denen es seine ID mitteilt. Diese ID ändert sich mehrmals pro Tag, man kann damit also kein Bewegungsprofil erstellen – gehe ich mehrmals am Tag an einem anderen Bluetooth-Gerät vorbei, sieht dieses Gerät mehrere IDs.

Stalking: Entdeckt das iPhone ein AirTag, welches einem nicht gehört, aber ständig bei einem ist, warnt es uns und erlaubt, den Tag zu deaktivieren. Das passiert, wenn man an einem Ort ankommt, den man angelegt und benannt hat, z.B. zu Haus. Dann gibts eine Meldung in „FindMy“ und man kann dann den fremden AirTag zwingen, sich zu outen, d.h. Ein akustisches Signal auszugeben, damit man ihn findet. Gleichzeitig erklärt das iPhone mir dann, wie ich die Batterie entferne, um die Verfolgung zu stoppen. Besitzt man nur ein Android-Telefon, dann meldet sich das AirTag nach drei Tagen mit Pieptönen. Nun ist es ja möglich, dass man in der Bahn quer durch das Land fährt, und der Mensch neben einem hat so ein AirTag dabei. Den ignoriert unser iPhone, weil das zum AirTag gehörende iPhone auch in der Nähe ist.

Haustiere verfolgen: noch nicht so ganz klar. Aussage von Apple – der Tag muss in Reichweite des iPhones sein. Oder, wenn es als verloren markiert wird, in der Reichweite eines anderen iPhones.

Schlüssel verleihen: praktisches Szenario – jemand leiht sich mein Auto, und am Schlüssel ist ein AirTag. Wenn dieses AirTag an eine AppleID gebunden ist UND der Ausleiher mit im Familien-Account ist, dann kann der Eigentümer die Warnmeldung (siehe Stalking) abschalten. Wenn der Ausleiher nicht im Familien-Account ist, kann der Ausleiher die Meldung unterdrücken.

Command-Option-L

Schon mal ausprobiert? Im Finder öffnet mit diesem Befehl (Command-Option-L) der Downloads – Ordner, und in Safari öffnet der identische Befehl die Liste der Downloads. Sehr aufmerksam mitgedacht!

Solche Dinge finden sich an vielen Stellen im Mac-Universum, Kleinigkeiten, die das digitale Leben einfacher und schneller machen.

 

 

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