Die eigene Cloud

Ihre Private Cloud mit „Cloudstation“

Auf unseren letzten Artikel über die Sicherheit von Dropbox haben wir viele Reaktionen bekommen, meistens verbunden mit der Frage, ob es sowas nicht auch gäbe mit einer Lösung, die NICHT auf fremde Dienstleister setzt.

Cloudstation

Doch, gibt es, mit kleinen Einschränkungen. Die wichtigste davon ist, dass bei Nutzung von Geräten mit iOS, also iPhones und iPads, die Zusammenarbeit nicht so einfach ist wie bei Dropbox.

Wir haben das getestet in der Kombination 2 Rechner, iPad und iPhone. Einige Voraussetzungen müssen gegeben sein: Sie brauchen einen möglichst schnellen Internetzugang, optimal ist ein VDSL-Zugang mit 50 MBit/sec. Ein Standard – DSL Anschluss mit 16MBit/sec, der aktuell am häufigsten in Benutzung ist, hat eine Download-Geschwindigkeit aus dem Internet von 16 Mbit, aber nur eine Upload-Rate von 1 Mbit. VDSL 50 hat aktuell das zehnfache. Und das ist wichtig, weil sie in dem Moment, wo Sie von zu Haus Daten aus der Cloud abrufen, ja dort die Richtung IN das Internet nutzen.


Idealerweise hat dieser Internet-Zugang auch noch eine feste IP. Das ist die „Hausnummer“, mit der Ihre Cloud zu Haus oder im Büro von überall her im Internet zu erreichen ist.

Diese feste IP wird immer mehr zur Mangelware, weil die IPv4 Adressen knapp werden. Zu einigen der Telekom-Tarife lassen lässt sich so eine feste IP dazubuchen.
Haben Sie keine oder bekommen Sie keine, auch nicht so ganz schlimm. Für die Lösung dieses Problems gibt es Dienste, die Ihnen dabei helfen, Ihre Cloud zu erreichen.

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Die Cloud an sich. Das ist nichts esoterisches und Geheimnisvolles, das ist ganz einfach ein Gerät, auf dem Daten gespeichert werden können und per diverser Software zur Verfügung gestellt werden, kurz und knapp auch „NAS“ genannt und etwas länger „Network attached storage„.
Kleine bis große Kisten, mit mehreren Festplatteneinschüben, mindestens einem Netzwerkanschluss und einem kleinen Rechner eingebaut, der meist unter Linux läuft.
Diese NAS stellen für alle Rechner im Netz verschiedene Dienste bereit, das geht vom Datenspeicher und Webdienste, Kalender und mehr bis hin zum Time Machine-Ziel für Macs.

Hersteller gibt es viele, und wir haben jetzt eine lange Zeit mal die verschiedenen Produkte getestet uns für einen Hersteller entschieden: Synology. Das liegt zum einen an der großen Bandbreite der angebotenen Geräte, von klein mit zwei Festplatten bis ganz groß mit 60 Festplatten. Zum anderen liegt es deutlich an der Software, die auf diesen Geräten läuft. Das ist der „DSM„, der „Disk Station Manager„. Per Web zu erreichen, gut durchdacht, einfach zu bedienen und mit Hilfe der installierbaren Pakete sehr mächtig. Für diese Software gibt es reichlich und regelmäßig Updates, eines der letzten großen Updates ermöglicht jetzt zum Beispiel die „Zwei-Faktor-Autorisierung„:
Man meldet sich als Admin mit Usernamen und Kennwort an, und wird dann anschließend nach einer 6-stelligen Kennzahl gefragt. Diese Kennzahl liefert ein kleines Programm auf dem iPhone, und dieses Kennwort ist immer genau 60 Sekunden und somit nur für einen Anmeldevorgang gültig.
Für unsere verschiedenen Datenspeicher/Backup/Archiv-Szenarien haben wir diese Synology Diskstation integriert. Diese Szenarien reichen vom einfachen Time Machine Backup auf eine Apple Time Capsule oder einen OSX Server über die automatische Synchronisation bestimmter Ordner auf so eine Diskstation und die weitere Überspielung dieser Daten auf eine entfernt stehende Diskstation bis hin zum Hochverfügbarkeits – Cluster auf zwei identischen Diskstation.
Auf so einem Gerät läßt sich mit etwas Geduld eine private Cloud einrichten, auf der alle Daten von überall erreichbar geschützt abgelegt werden können. Man kann einen Webserver einschalten, kann auf Daten per FTP/WebDAV zugreifen und über Hilfsprogramme auf dem iPad/iPhone kann man Bildergalerien anlegen und pflegen, Videos streamen und seine eigene Dropbox („Cloudstation“) betreiben, die alle darin abgelegten Daten automatisch zwischen allen Geräten synchron hält.

Und genau diese Software nutzen wir für unsere private Cloud.
Dazu legen Sie im bereits erwähnten „Disk Station Manager“ (DSM) einen oder mehrere Ordner an, die Sie für einen oder mehrere Benutzer freigeben.
Mehrere Ordner aus dem Grund, da Sie damit steuern können, welche Geräte was
abgleichen. Das iPad mit geringerem Speicherplatz kann sich zum Beispiel nur mit einem Ordner „Aktuelles“ abgleichen. Dieser Ordner ist dann auf den Macs nur einer von vielen, die abgeglichen werden. Das verhindert, dass auf dem iPad Daten herumliegen, die Sie da gar nicht ansehen oder bearbeiten können.

Im nächsten Schritt laden Sie für alle Geräte, die synchronisiert werden sollen, die Software „Cloudstation“ von der Webseite herunter.

Fangen Sie am besten mit dem Mac an, auf dem alle Daten aktuell liegen. Nach dem ersten Start der Software und der Eingabe der Anmeldedaten legen Sie fest, welche entfernten Ordner Sie auf diesem Rechner haben wollen.
Kurz danach haben Sie diese Ordner in Ihrem Benutzerverzeichnis liegen, und noch sind sie leer. Verschieben Sie jetzt die gewünschten Daten in die leeren Ordner. Cloudstation fängt jetzt sofort an, die Daten auf die Diskstation zu übertragen.
Am besten warten Sie ab, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist.
Danach richten Sie die Software am nächsten Rechner ein, und dort werden dann automatisch alle Daten heruntergeladen und mit dem ersten Rechner synchron gehalten.
Ein weiterer Vorteil: Sie haben auch gleichzeitig ein Backup. Sollte einer der Rechner kaputt gehen, dann sind die Daten noch auf der Diskstation und auf dem anderen Rechner.
Aber – nichts ist umsonst – ein Backup sollten Sie trotzdem haben: wenn Sie alle Dateien eines Ordners löschen, dann verschwinden die auch automatisch von allen anderen Geräten.
Für Ihre iOS-Geräte gibt es im PpStore ein passendes Programm, „Cloudstation“. Auch das bitte laden und dann die Zugangsdaten eingeben. Und jetzt offenbart sich der Vorteil der verschiedenen Ordner: Für iPhone und iPad kann man jetzt die auswählen, die darauf auch sinn machen. Im Gegensatz zu Dropbox lädt Cloudstation nämlich ALLE Dateien im Ordner herunter!
Voila – jetzt haben Sie Ihre private Cloud!
Und bevor uns wieder jemand Parteilichkeit vorwirft: Cloudstation gibt es auch für Windows und Android.