Photoshop auf M1 und Gerüchte, Gerüchte…

AppleM1Adobe hat eine Version von Photoshop veröffentlicht, die nativ auf dem M1 läuft. Erstes Fazit: 50% schneller als die ohnehin schon schnelle Arbeit mit Rosetta 2. Wer mag, hier ist ein erster Testbericht. Was ebenfalls neu ist: Eine Funktion namens „Super Resolution“ in Camera RAW. Verdoppelt die Bildgröße in jeder Richtung (also 4x soviele Pixel) und laut namhaften, kritischen Fotografen unglaublich gut. „Schärfer als das Originalbild“ ist eine Aussage dazu. Einen M1 zu kaufen macht also immer mehr Sinn, bei Interesse: gern. Und wenn das, was die aktuelle Gerüchteküche so ansagt, wahr ist, dann haben wir interessante Geräte von Apple zu erwarten. Angeblich ist ein „MacPro mini“ mit einem neuen Prozessor (M2? M1X?) in der Mache. Etwas größer als der Mini, Leistungsdaten in der Nähe des MacPro. Spannende Zeiten. Nachtrag: Das jetzt grad erfolgte Update der Lightroom – Version hat die neuen Features noch nicht, soll aber zügig kommen.

One more thing…

AppleM1Das war schon interessant gestern Abend, der Apple-Event mit dem Namen „One more thing“. Dieser Spruch ist legendär geworden, weil Steve Jobs ihn am Ende einer Präsentation nutzte, um noch mal den eigentlichen Knaller des Tages anzukündigen, eine Tradition seit der MacWorld Expo in 1999.

Das Apple das jetzt quasi vorwegnimmt, erhöht natürlich die Erwartungshaltung, stellt aber auch die Frage: Wenn sie so eine Erwartung schüren, können sie die überhaupt erfüllen? Erwartung war, dass Apple die schon angekündigten neuen Macs mit den Apple-eigenen Chips mit ARM-Befehlssatz vorstellt. Da musste also was kommen, und es kam.

In schneller Folge in nur 45 Minuten wurden drei neue Rechner vorgestellt, MacBook Air, MacBook Pro 13“ und Mac mini, alle mit einem neuen Prozessor, dem M1. Und wenn der hält, was da versprochen wurde, dann brechen neue Zeiten in der Chipindustrie an. Das neue MacBook Air ist 3,5 mal so schnell wie das alte Modell. Richtig gelesen, nicht irgendwas mit 30%, nein, 3,5 mal so schnell. Kommt noch besser: Batterielebensdauer: 18 Stunden Videogucken. Noch mehr? Ok, kein Lüfter.

Die aktuelle Stimmung bei Intel in der Direktion möchte ich jetzt nicht so richtig wissen…

Und wie Apple dann so ist: Taktfrequenz? Was ist das? Es gab lediglich leicht verständliche Erklärungsansätze für die Leistung: M1 hat 8 Kerne, 4 Hochleistungskerne und 4 energieeffiziente Kerne. Die 4 letzteren kombiniert sind so leistungsstark wie der i7 im Vorgängermodell. Der Speicher ist nicht mehr extern und langsam angebunden, der ist mit auf dem Chip – was eine Erhöhung von 8 auf 16GB nicht ganz preiswert macht, aber einen Geschwindigkeitssprung gibt. Die SSD ist mehr als zwei Mal so schnell angebunden, der Prozessor hat eine 8-Kern-Grafik mit im Chip. Und dann lungert da noch ein 16-Kern Chip für „Machine Learning“ herum. Das Ganze wird angesteuert von dafür optimierter Software. Der Autor arbeitet an einem 16“ MacBook Pro, mit allem Drum und Dran. Mein nächster Rechner wird ein MacBook Air – ich denke nicht, dass ich Leistung vermissen werde.

Das Air hat keinen Lüfter, das Pro hat einen. Beide haben die gleichen Leistungsdaten, das Air wird aber bei anspruchsvollen Aufgaben eher drosseln, das 13“-er durchorgeln. Für den mit Sicherheit kommenden M2 in iMacs etc. prophezeie ich Lüfter und einen weiteren, heftigen Leistungssprung. Alle jetzt vorgestellten Rechner haben eine Apple-Signaturfunktion – leise/lautlos. Die anderen dürfen sanft lüften, dann wird es abgehen. 

Was die Software angeht: Alle jetzt auf den bisherigen Rechnern laufenden Programme werden auch auf den neuen Rechnern laufen, ohne jede Veränderung – dank „Rosetta2“. Sofern sie schon in 64Bit vorliegen. Und laut Aussage einiger Entwickler mit der Geschwindigkeit wie auf den alten Maschinen. Was noch fraglich war: Solche Programme wie Parallels Desktop und vmware sind auf Intel-Prozessoren angewiesen. Was wird damit? Parallels schreibt in einem Supportartikel: „Good news: A new version of Parallels Desktop for Mac that can run on Mac with Apple M1 chip is already in active development.“

Ach ja, und auch hier „One more thing“: auf den neuen Rechnern laufen auch iPhone und iPad-Programme – ohne große Anpassungen von Seiten der Entwickler. 

Spannend? Spannend.

Nachtrag: Die ersten Geekbench-Resultate sind da. Herztropfen griffbereit? Das neue MacBook Air ist mit ABSTAND der schnellste Mac im Single-Core-Test. Nochmal langsam: Nicht der neue MacPro, nicht der iMacPro, nein, das neue MacBook Air. Im MultiCore Test liegt es an 4.ter Stelle, nach MacPro, iMacPro, fettestem 27“ iMac. VOR ALLEN weiteren MacBook Pros. Da passiert grad was Großes. 4D läuft in der Version 18.3 bereits volle Lotte darauf. Und ich denke, wir werden wohl in nicht zu ferner Zukunft eine serverfähige Maschine bekommen.

WWDC 2019 – „Write code, Blow minds“

Einmal in Jahr, im Juni, stellt Apple vor, worüber sie sich im letzten Jahr Gedanken gemacht haben und wo sie denken, dass der Apple-Weg hinführt. Der gewählte Titel könnte nicht passender sein: „Write code, Blow minds“.

Guckt man sich die Keynote noch einmal live an (www.apple.com/apple-events/june-2019/) und liest etwas im fachkundigen Internet herum, dann stellt man als Überbau fest: Apple ist grad ganz bei sich, wie man so sagt. Alle Betriebssysteme machen einen gemeinsamen Schritt nach vorn, Apple hat die Profis – wie versprochen – wieder auf dem Zettel und die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Ankündigungen machen immer mehr Sinn. Ob es der neue MacPro, die Trennung von iOS in ein „normales“ iPhone-OS und das neu angekündigte iPadOS oder die neueste Version der Swift-Programmiersprache mit gemeinsamer Codebasis für fünf Betriebssysteme oder Catalyst ist – so viel Bewegung war schon lange nicht mehr. Und was für eine Bewegung. Es war dieses Jahr so viel Neues, dass wir in verschiedenen Beiträgen die verschiedenen Themen beleuchten werden. 

 

Starten wir mit dem Mac Pro

Als alte Hardware- Freaks starten wir natürlich mit dem neuen MacPro. Auch hier: „Write code, Blow minds“: Allein schon die Einordnung der Maschine in bestehende Kategorien fällt schwer.  Apple hat sich in den letzten Jahren deutlich schwer getan mit der „Pro“ – Bezeichnung an den Geräten. Irgendwann in 2017 gab es dann ein Umdenken, das war, als Apple offiziell gefragt hat, was denn die Profis interessieren könnte. Da gab es einen runden Tisch bei Apple, und Apple hat zugehört. Das erste Ergebnis war der iMac Pro – ein sehr leistungsstarkes und dabei sehr leises Gerät für Profis in der Bild- und Videobearbeitung. Das setzte sich fort mit dem Mac mini, den so niemand auf dem Zettel gehabt hatte, und der auch eindeutig ein kleines Profi-Gerät ist. Die Strategie von Apple ist immer gewesen: Erst mal maximal bauen, und dann kleinere Versionen nachliefern. Ich bin davon überzeugt, dass  die Zukunft des Mac mini noch einige schicke Modelle für uns bereithält. Und nun also der Mac Pro. Der alte Mac Pro ist schick, schnell, leise. Aber, und das hat Apple selbst zugegeben: Er hat durch sein Design keinen Raum für Erweiterungen, nicht nur wegen des nicht vorhandenen Platzes darin, auch wegen der nicht ausbaubaren Kühlung.  Der Neue kann Kühlung. Pro Minute können die eingebauten Lüfter ein Wohnzimmer einmal durchlüften. Das ist auch nötig, denn das Netzteil des Rechners kann 1,4kW abgeben: Das passt  so grad noch an eine haushaltsübliche Sicherung. Der Prozessor allein verbrät 300 Watt. Genaue Leistungsdaten liegen noch nicht vor, bei der Vorführung waren es zwei Eckdaten, die den Mund von Audio- und Videoprofis wässrig werden ließen: Bist zu 1000 Spuren/Instrumente gleichzeitig in Logic, und bei der Videobearbeitung in der Lage, drei 8k RAW Viedeostreams in Echtzeit zu spielen und zu bearbeiten. Ganz einfach gesprochen: Das kann keine andere Maschine, die man aktuell kaufen kann. Standardkonfiguration startet bei $6000, und wenn man die einbaubaren Teile mal mit den aktuellen Listenpreisen aufaddiert, dann liegt man irgendwo bei $50.000 für die „Monster-Maschine“. Nichts für die Normalanwender, notwendiges Werkzeug für die Profis.

Zum Rechner gab es auch das versprochene Profi-Display. Ohne mit technischen Details zu langweilen: Aktuelle Referenz-HDR-Monitore liegen im Preis bei $40.000, das neue Pro Display XDR schlägt sie alle und kostet $5000. Der neue Mac Pro kann davon 6 Stück gleichzeitig betreiben..

Bei der Ankündigung des Monitorfusses hat sich Apple dann unverständlicherweise eine Flanke geöffnet für die Neid-/Mißgunst-Fraktion: $1000 soll der kosten. Da hätte ich erwartet, dass Apple meinetwegen das Display auf $5600 stellt und den Fuß für $399 anbietet. Allein wegen dieses Fusses ist mehr elektronische Tinte vergossen worden als für den ganzen Rechner.

So oder so: Spannende Entwicklung. Was jetzt noch fehlt, ist der Pro-Gedanke auch in den MacBook Pro. Da erwarte ich in der nächsten Zeit auch eine Ankündigung. Gerüchte sprechen ja schon von einem 16“ – Gerät….

Clash der Kulturtechniken

Angeregt durch den Beitrag von Franziska Nyffenegger im Techniktagebuch, in der es um die Haptik des Handgeschriebenen geht, merke ich, dass ich so ein Problem auch gehabt habe – und gelöst. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich viel schreiben muss. Da ich nie professionell 10-Finger-Schreiben gelernt habe, nutze ich das übliche „2-Finger-Suchspiel“. Das ist in den letzten Jahren zu einem recht stabilen System gereift.

In letzter Zeit versuche ich aber dem Lauf der Gedanken folgend schneller zu schreiben. Eine lange Testreihe mit verschiedenen Tastaturen bringt die Erkenntnis, dass Tastaturen mit sehr geringem Hub wie beim neuen MacBook oder mit gar keinem Hub wie auf einem iPad am besten funktionieren. Trotzdem überholt das Denken immer wieder die Tastatur, und der herauskommende Text hat viele Fehler. Instinktiv neigt man dazu, diese Fehler sofort zu korrigieren, und zack – ist der schöne, ausgefeilte Gedanke im Nirvana verschwunden.

Dieses Problem nagt in mir und sucht nach einer Lösung. Entweder antrainieren, erst mal runterzuschreiben oder 10 Finger zu lernen. Ein erster Versuch mit dem Erlernen des 10-Finger-Systems scheitert, ich bin zu ungeduldig. Bei einer Besprechung bemerke ich, dass einer meiner Mitarbeiter Notizen auf einem Klemmbrett mit einer kleinen Leuchtdiode macht. Neugierig geworden lasse ich mir das System zeigen.

Es handelt sich dabei um ein Produkt der Firma Wacom. Auf eine Art elektronisches Klemmbrett kann man beliebige Blöcke mit bis zu 50 Seiten klemmen. Auf dem Block schreibt man mit einem speziellen, recht angenehmen Stift. Das Geschriebene wird als Abbild (genauer als Liniennetz) im Gerät gespeichert. Ist eine Seite vollgeschrieben, reißt man die ab und drückt einen Knopf unter der blau leuchtenden Leuchtdiode. Dann wechselt die Lichtfarbe auf grün, das Brett ist bereit für die nächste Seite. Schreibt man los, wechselt die Lichtfarbe wieder auf blau. Mit dem Druck auf den Knopf wird ein Synchronisationsvorgang auf dem gekoppelten klugen Telefon angestoßen, und wenige Sekunden später steht die geschriebene Seite als Faksimile zur Verfügung. Auf dem Telefon kann man diverse Aktionen damit durchführen, z.B. ein Export als PDF oder als Bild. Ebenfalls kann man Seiten wieder auseinanderbauen, die man versehentlich übereinander geschrieben hat, weil der Knopf beim Seitenwechsel nicht gedrückt wurde. Das Beste daran aber: Man kann den Text als erkannten ASCII-Text exportieren!

Das System führt eine automatische Texterkennung durch (auf dem Server, man braucht einen Cloud-Account bei Wacom dazu), die bei meiner Handschrift erstaunlich genau ist. Auf der zum System gehörigen Webseite kann ich meine Seiten verwalten, mit TAGs versehen und mehr. Das Ganze ist im Volltext durchsuchbar.

Kleiner Nachteil: Das System lernt nicht dazu, es gibt ja keine Rückkopplung von den gemachten Korrekturen. Und da das System nach Wörterbüchern vorgeht, werden seltene Begriff oder Fantasiebezeichnungen nicht erlernt und als Kauderwelsch dargestellt. Man hat aber ja zur Kontrolle, was dieses absurde Wort mitten im Text zu bedeuten hat, noch immer die Faksimile-Seite zur Verfügung. Man muss im Laufe der Nutzung öfter mal die Schere im Kopf überwinden, die einen dazu anleitet, lieber nicht ein eventuell seltenes, nicht bekanntes aber originelleres Wort zu nutzen und statt dessen lieber eine bekanntere Ersetzung zu nehmen. Ansonsten erreiche ich mit dieser Technik deutlich höhere Schreibgeschwindigkeiten, und der Zwang, Tippfehler zu beseitigen ist komplett verschwunden. Ich schreibe gern und ziemlich schnell mit der Hand, von daher habe ich jetzt die nächste Geschwindigkeitsstufe beim Schreiben erreicht. Wenn die mir nicht mehr ausreicht, dann muss es halt ein 10-Finger-Schreibkurs sein …

Zuerst erschienen hier im Techniktagebuch.

Gedrosselte iPhones, schlappe Batterien und Qualitätsjournalismus.

In den letzten Tagen kocht grad wieder ein „Apple-Gate“ hoch, diesmal ist es die Leistungsreduzierung bei iPhones mit schlapper Batterie. Da ist jemandem aufgefallen, dass bestimmte Messungen in iPhones mit älteren Batterien langsamer sind als in iPhones mit frischen Akkus. Daraufhin angesprochen veröffentlicht Apple eine Pressemitteilung und ein „White Paper“, in dem das Phänomen und der Gedanke dahinter erläutert werden. Ab dann ist mal wieder schön zu beobachten, wie Recherche, Information und logisches Denken bei den meisten beteiligten Journalisten den Bach runter gehen. Die meisten scheinen mittlerweile wirklich voneinander abzuschreiben, die wenigsten denken nach oder – um Himmels Willen – versuchen sich, eine eigene Meinung aus den vorliegenden Fakten zu bilden. Die Fakten hat Apple in seinem White Paper detailliert aufgelistet, das Ganze ist aber nicht wirklich Raketenwissenschaft: Ein wenig Kenntnis des Ohmschen Gesetzes reicht da aus.

Versuchen wir das mal zu erklären. Ein neuer Akku hat eine bestimmte Kapazität und einen bestimmten Innenwiderstand. Der Innenwiderstand bestimmt, wieviel Strom maximal aus einem Akku gezogen werden kann, bei gleichbleibender Spannung. Ein möglichst geringer Innenwiderstand ist ideal, dieser Widerstand steigt aber mit zunehmendem Alter. Dadurch sinkt der aus dem Akku zu entnehmende Strom (bei gleichbleibender Spannung). Entnimmt man mehr Strom, sinkt die Spannung. Bei Unterschreiten einer bestimmten Spannung reicht diese nicht mehr zum Betrieb des iPhones aus, es schaltet sich ab – obwohl der Akku noch gefüllt ist. Das war das Problem, das Apple mit älteren iPhones hatte. Um dem entgegen zu wirken, hat Apple in einer der letzten Systemversionen eine Hilfe eingebaut: Stellt das System fest, dass bei einer bestimmten Stromentnahme die Spannung gefährlich sinkt, dann wird die Stromentnahme gedrosselt. Das passiert am effektivsten durch Drosselung des leistungshungrigsten Bauteiles – des Prozessors. Der Prozessor rechnet also bei komplexen Aufgaben langsamer – Vorteil: Das Gerät läuft weiter und schaltet sich nicht mehr ab.

Vorwerfen kann man Apple lediglich, diese Änderung nicht offensiv kommuniziert zu haben oder, noch besser, dem User die Wahl zwischen den beiden Optionen zu lassen.

Gegen beide Möglichkeiten – abschalten oder drosseln – gibt es in den USA natürlich sofort eine Sammelklage. Ich frage mich, wann es dort eine Klage gegen das zugrundeliegende physikalische Gesetz gibt – bei deren Präsidenten kann es nicht mehr so lange dauern.

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