WWDC 2019 – „Write code, Blow minds“

WWDC 2019 - „Write code, Blow minds“

WWDC 2019 - „Write code, Blow minds“

WWDC 2019 – „Write code, Blow minds“

Einmal in Jahr, im Juni, stellt Apple vor, worüber sie sich im letzten Jahr Gedanken gemacht haben und wo sie denken, dass der Apple-Weg hinführt. Der gewählte Titel könnte nicht passender sein: „Write code, Blow minds“.

Guckt man sich die Keynote noch einmal live an (www.apple.com/apple-events/june-2019/) und liest etwas im fachkundigen Internet herum, dann stellt man als Überbau fest: Apple ist grad ganz bei sich, wie man so sagt. Alle Betriebssysteme machen einen gemeinsamen Schritt nach vorn, Apple hat die Profis – wie versprochen – wieder auf dem Zettel und die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Ankündigungen machen immer mehr Sinn. Ob es der neue MacPro, die Trennung von iOS in ein „normales“ iPhone-OS und das neu angekündigte iPadOS oder die neueste Version der Swift-Programmiersprache mit gemeinsamer Codebasis für fünf Betriebssysteme oder Catalyst ist – so viel Bewegung war schon lange nicht mehr. Und was für eine Bewegung. Es war dieses Jahr so viel Neues, dass wir in verschiedenen Beiträgen die verschiedenen Themen beleuchten werden. 

 

Starten wir mit dem Mac Pro

Als alte Hardware- Freaks starten wir natürlich mit dem neuen MacPro. Auch hier: „Write code, Blow minds“: Allein schon die Einordnung der Maschine in bestehende Kategorien fällt schwer.  Apple hat sich in den letzten Jahren deutlich schwer getan mit der „Pro“ – Bezeichnung an den Geräten. Irgendwann in 2017 gab es dann ein Umdenken, das war, als Apple offiziell gefragt hat, was denn die Profis interessieren könnte. Da gab es einen runden Tisch bei Apple, und Apple hat zugehört. Das erste Ergebnis war der iMac Pro – ein sehr leistungsstarkes und dabei sehr leises Gerät für Profis in der Bild- und Videobearbeitung. Das setzte sich fort mit dem Mac mini, den so niemand auf dem Zettel gehabt hatte, und der auch eindeutig ein kleines Profi-Gerät ist. Die Strategie von Apple ist immer gewesen: Erst mal maximal bauen, und dann kleinere Versionen nachliefern. Ich bin davon überzeugt, dass  die Zukunft des Mac mini noch einige schicke Modelle für uns bereithält. Und nun also der Mac Pro. Der alte Mac Pro ist schick, schnell, leise. Aber, und das hat Apple selbst zugegeben: Er hat durch sein Design keinen Raum für Erweiterungen, nicht nur wegen des nicht vorhandenen Platzes darin, auch wegen der nicht ausbaubaren Kühlung.  Der Neue kann Kühlung. Pro Minute können die eingebauten Lüfter ein Wohnzimmer einmal durchlüften. Das ist auch nötig, denn das Netzteil des Rechners kann 1,4kW abgeben: Das passt  so grad noch an eine haushaltsübliche Sicherung. Der Prozessor allein verbrät 300 Watt. Genaue Leistungsdaten liegen noch nicht vor, bei der Vorführung waren es zwei Eckdaten, die den Mund von Audio- und Videoprofis wässrig werden ließen: Bist zu 1000 Spuren/Instrumente gleichzeitig in Logic, und bei der Videobearbeitung in der Lage, drei 8k RAW Viedeostreams in Echtzeit zu spielen und zu bearbeiten. Ganz einfach gesprochen: Das kann keine andere Maschine, die man aktuell kaufen kann. Standardkonfiguration startet bei $6000, und wenn man die einbaubaren Teile mal mit den aktuellen Listenpreisen aufaddiert, dann liegt man irgendwo bei $50.000 für die „Monster-Maschine“. Nichts für die Normalanwender, notwendiges Werkzeug für die Profis.

Zum Rechner gab es auch das versprochene Profi-Display. Ohne mit technischen Details zu langweilen: Aktuelle Referenz-HDR-Monitore liegen im Preis bei $40.000, das neue Pro Display XDR schlägt sie alle und kostet $5000. Der neue Mac Pro kann davon 6 Stück gleichzeitig betreiben..

Bei der Ankündigung des Monitorfusses hat sich Apple dann unverständlicherweise eine Flanke geöffnet für die Neid-/Mißgunst-Fraktion: $1000 soll der kosten. Da hätte ich erwartet, dass Apple meinetwegen das Display auf $5600 stellt und den Fuß für $399 anbietet. Allein wegen dieses Fusses ist mehr elektronische Tinte vergossen worden als für den ganzen Rechner.

So oder so: Spannende Entwicklung. Was jetzt noch fehlt, ist der Pro-Gedanke auch in den MacBook Pro. Da erwarte ich in der nächsten Zeit auch eine Ankündigung. Gerüchte sprechen ja schon von einem 16“ – Gerät….