Ein weiterer Baustein im Versuch, nichts mehr zu verlieren: Es gibt jetzt Geldbörsen mit Fach für ein AirTag, im Bild eine von NIMALIST. So langsam entwickeln sich die AirTags von Apple zu einer runden Lösung für Leute, die Sachen nicht so gern verlieren. Für Reisegepäck und Fahrrad haben wir ja schon einiges dazu geschrieben…
Das war sie dann, die WWDC 2021. Wieder wie üblich aufgeheizt mit Spekulationen, wieder unterschiedliche Wahrnehmungen. Diese WWDC war eine ohne Hardware-Ankündigung, dafür gab es viel Neues im Softwarebereich. Ich werde das, was mir so an Kleinigkeiten aufgefallen ist, schmucklos hier veröffentlichen.
iOS 15 – AirTags Update…
In meinem Artikel zu den Airtags (AirTags und der verlorene Koffer) hatte ich schon bemängelt, dass den AirTags ein wichtiges Feature fehlt: Der Entfernungsalarm. Bei Chipolo und Tile kann man für einzelne Geräte, zum Beispiel den in der Kameratasche, einstellen, ob man einen Alarm bekommt, wenn man aus der Reichweite der Bluetooth-Verbindung kommt. Das finde ich ziemlich wichtig, weil das so ein erster Schritt ist: Warum sollte ich das Gerät vergessen und dann aufwändig und sicherlich sehr schick über das „Wo ist“ – Netzwerk suchen und hoffentlich wiederbekommen, wenn schon der Ansatz des Verlustes blockiert wird? Man schließt vor dem Biergarten sein Fahrrad auf, und im selben Moment poppt eine Nachricht auf: „Kann es sein, dass Du grad Deine Kamera vergessen hast?“. Und dieses wunderbare Feature wird jetzt in iOS15 nachgereicht…
Anmerkung: Wir haben mit Datum heute (05.06.2022) den Artikel überarbeitet und die diversen Nachträge und Anmerkungen in den Text eingearbeitet.
Apple AirTags
Apple hat die AirTags vorgestellt, eigentlich nichts anderes als Bluetooth-Schlüsselfinder. Das macht tile z.B. schon lange, warum ist jetzt dieses AirTags wieder etwas besonderes? Kurz gesagt: Das Umfeld ist entscheidend.
AirTag in der NIMALIST Geldbürse (Klick auf das Bild öffnet die NIMALST-Webseite)
Wir packen einen Koffer
Gehen wir mal auf die Reise. Wir packen einen Koffer, und an den hängen wir einen der neuen AirTags. Frische Batterie sollte drin sein (CR2032), wenn nicht – kann man selbst erledigen. (NACHTRAG: Wir haben das bei unserer letzten Reise mal ausprobiert, Ergebnisse kann man hier nachlesen)
Auf dem Weg zum Flughafen bleiben wir immer in der Nähe des Koffers, sollten wir zum Zeitschriften kaufen mal den Koffer aus den Augen verlieren, gibts eine Info auf die Uhr und das iPhone. Nach dem Einchecken verschwindet der Koffer in den Untiefen der Gepäckförderbänder, „Wo ist“ meldet das Verschwinden des Koffers. Der landet hoffentlich im Flugzeug – im richtigen Flugzeug wäre optimal.
Interessant wäre, ob man dann im Flugzeug den Koffer im Frachtraum auch orten kann – kann man nicht: Die Wo ist“ – App braucht einen Internetverbindung, und die darf man während der Fluges ja nicht haben.
Wir landen…
Kaum haben die Reifen die Landebahn berührt, greifen hundert Menschen zum Telefon und stellen den Flugmodus aus. Wir auch, das Telefon bucht sich im fremden Netz ein, die diversen begrüßenden SMS-Mitteilungen über Roaming müssen wegbeantwortet werde, und dann starten wir „Wo ist“. Jetzt können zwei Dinge passieren: 1.) „Wo ist“ meldet, dass der Koffer „bei dir “ ist, d.h. man sitzt direkt über seinem Koffer. Oder: 2.) Während man aussteigt und zum Bagage Claim läuft, wird das Gepäck ausgeladen, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass da irgend ein iPhone im Spiel ist. Das meldet dann brav, dass der AirTag am Koffer grad auf dem Flughafen bemerkt wurde. Am Bagage Claim angekommen, „Wo ist“ signalisiert die Annäherung mit „Koffer zuletzt gesehen XYZ Airport, vor einigen Minuten. In beiden Fällen wissen wir jetzt schon mal, dass unser Koffer mit uns angekommen ist – alles gut. Am Gepäckband dauert es dann nicht lange, bis „Wo ist“ sagt: „Koffer ist bei Dir“, und wenige Sekunden später taucht er dann aus den Untiefen der Gepäckförderung auf.
AirTags und der verlorene Koffer: Der Koffer ist weg…
Taucht der Koffer nicht auf, hat man erst einmal andere zu lösende Probleme, danach stellt man den Status der Koffers in der „Wo ist“-App auf „verloren“. Jetzt greift das erwähnte Umfeld: Jedes iPhone auf diesem Planeten ist jetzt auf der Suche nach dem Koffer. Steht der Koffer fälschlicherweise in Tokio in der „Lost Baggage“ – Area und jemand mit einem iPhone (und eingeschaltetem Bluetooth) kommt in die Nähe: Das (der?) AirTag meldet sich dann bei diesem iPhone, und das iPhone gibt Ort und ID des Tags verschlüsselt an Apples Server weiter. Ist das Tag als verloren gemeldet, erscheint auf Ihrem iPhone eine Meldung, wo es gefunden wurde. Wenn der Besitzer des iPhones in Tokio die AirTags kennt, dann weiß er, dass er mit dem Telefon auf die weiße Seite des Tags tippen kann. Eine Webseite öffnet sich und er bekommt eine eventuell von Ihnen hinterlegte Nachricht mit Kontaktmöglichkeiten. Das funktioniert mit NFC (Near Field Communication) und klappt deswegen auch mit Android – Telefonen.
Und warum kommen die AirTags erst jetzt?
Gute Frage. Ich denke, es war weniger ein technischer Grund. Vielleicht hat Apple einfach deswegen gewartet, bis die Durchdringung der Welt mit iPhones hoch genug ist und fast alle an ihrem iPhone Bluetooth eingeschaltet haben (die ikonischen weißen Kopfhörerkabel sieht man immer seltener).
Interesse? Bei uns käuflich zu erwerben. Einfach eine Mail an apple@kunckeledv.de!
Vermischtes
Wieviele AirTags? 16 pro AppleID
Diebstahl: AirTags, die einem selbst zugeordnet sind, können nicht einfach von anderen genutzt werden. Sie lassen sich nicht mit anderen iPhones koppeln!
Datensicherheit: jedes AirTag sendet Bluetooth Signale aus, in denen es seine ID mitteilt. Diese ID ändert sich mehrmals pro Tag, man kann damit also kein Bewegungsprofil erstellen – gehe ich mehrmals am Tag an einem anderen Bluetooth-Gerät vorbei, sieht dieses Gerät mehrere IDs.
Stalking: Entdeckt das iPhone ein AirTag, welches einem nicht gehört, aber ständig bei einem ist, warnt es uns und erlaubt, den Tag zu deaktivieren. Das passiert, wenn man an einem Ort ankommt, den man angelegt und benannt hat, z.B. zu Haus. Dann gibts eine Meldung in „FindMy“ und man kann dann den fremden AirTag zwingen, sich zu outen, d.h. Ein akustisches Signal auszugeben, damit man ihn findet. Gleichzeitig erklärt das iPhone mir dann, wie ich die Batterie entferne, um die Verfolgung zu stoppen. Besitzt man nur ein Android-Telefon, dann meldet sich das AirTag nach kurzer Zeit mit Pieptönen. Nun ist es ja möglich, dass man in der Bahn quer durch das Land fährt, und der Mensch neben einem hat so ein AirTag dabei. Den ignoriert unser iPhone, weil das zum AirTag gehörende iPhone auch in der Nähe ist.
Ist so ein AirTag z.B. an einem Fahrrad angebracht und dieses Fahrrad wird bewegt, ohne dass das zugeordnete iPhone in der Nähe ist, zirpt der AirTag ziemlich laut. Mit dem letzten Firmware-Update hat Apple nich mal die Tonfolge geändert, jetzt ist es noch besser akustisch zu orten.
Haustiereverfolgen: Aussage von Apple – der Tag muss in Reichweite des iPhones sein. Oder in der Reichweite eines anderen iPhones.
Schlüssel verleihen: praktisches Szenario – jemand leiht sich mein Auto, und am Schlüssel ist ein AirTag. Wenn dieses AirTag an eine AppleID gebunden ist UND der Ausleiher mit im Familien-Account ist, dann kann der Eigentümer die Warnmeldung (siehe Stalking) abschalten. Wenn der Ausleiher nicht im Familien-Account ist, kann der Ausleiher die Meldung unterdrücken.
Nachtrag
Die AirTags haben bei mir tatsächlich inzwischen ihre Nützlichkeit bewiesen. Mehr dazu…
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Funktional
Immer aktiv
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