AirTags und der verlorene Koffer

Apple hat die AirTags vorgestellt, eigentlich nichts anderes als Bluetooth-Schlüsselfinder. Das macht tile z.B. schon lange, warum ist jetzt dieses AirTags jetzt wieder etwas besonderes? Kurz gesagt: Das Umfeld ist entscheidend.

Wir packen einen Koffer

Gehen wir mal auf die Reise. Wir packen einen Koffer, und an den hängen wir einen der neuen AirTags. Frische Batterie sollte drin sein (CR2032), wenn nicht – kann man selbst erledigen.
Auf dem Weg zum Flughafen bleiben wir immer in der Nähe des Koffers, sollten wir zum Zeitschriften kaufen mal den Koffer aus den Augen verlieren, gibts eine Info auf die Uhr und das iPhone. Nach dem Einchecken verschwindet der Koffer in den Untiefen der Gepäckförderbänder, „Wo ist“ meldet das Verschwinden des Koffers. Der landet hoffentlich im Flugzeug – im richtigen Flugzeug wäre optimal.

NACHTRAG WWDC 2021 und iOS15: in iOS 15 ist so ein „entfernt sich“ – Alarm zu jedem AirTag einstellbar, ebenso sind „sichere Zonen“ definierbar, z.B. das eigenen Zuhause, beim Verlassen gibt es dann für dieses Tag keinen Alarm.

NACHTRAG UND KORREKTUR: Wenn der AirTag ausserhalb der Reichweite des iPhones kommt, gibt es KEINE Nachricht. Man muss selbst „Wo ist“ starten und sieht dann den letzten Standort. Blöd, wenn man dann schon durch die Sicherheitskontrolle ist und man erst am Flugsteig die Kameratasche vermisst…
Das macht „tile“ besser, allerdings nur, wenn man das Abo für 3€ im Monat abgeschlossen hat!
Nachtrag zum Nachtrag: Chipolo hat das Feature ohne Abo. Die Erfahrungsberichte dazu sind gemixt, wir probieren das demnächst mal selbst aus…


Interessant wäre, ob man dann im Flugzeug den Koffer im Frachtraum auch orten kann.
Am Zielort angekommen taucht der Koffer auf dem Gepäckband auf, „Wo ist“ signalisiert die Annäherung – alles gut.

AirTags und der verlorene Koffer: Der Koffer ist weg…

Taucht der Koffer nicht auf, hat man erst einmal andere zu lösende Probleme, danach stellt man den Status der Koffers in der „Wo ist“-App auf „verloren“.
Jetzt greift das erwähnte Umfeld: Jedes iPhone auf diesem Planeten ist jetzt auf der Suche nach dem Koffer. Steht der Koffer fälschlicherweise in Tokio in der „Lost Baggage“ – Area und jemand mit einem iPhone (und eingeschaltetem Bluetooth) kommt in die Nähe: Das (der?) AirTag meldet sich dann bei diesem iPhone, und das iPhone gibt Ort und ID des Tags verschlüsselt an Apples Server weiter. Ist das Tag als verloren gemeldet, erscheint auf Ihrem iPhone eine Meldung, wo es gefunden wurde. Wenn der Besitzer des iPhones in Tokio die AirTags kennt, dann weiß er, dass er mit dem Telefon auf die weiße Seite des Tags tippen kann. Eine Webseite öffnet sich und er bekommt eine eventuell von Ihnen hinterlegte Nachricht mit Kontaktmöglichkeiten. Das funktioniert mit NFC (Near Field Communication) und klappt deswegen auch mit Android – Telefonen.

Und warum kommen die AirTags erst jetzt?

Gute Frage. Ich denke, es war weniger ein technischer Grund. Vielleicht hat Apple einfach deswegen gewartet, bis die Durchdringung der Welt mit iPhones hoch genug ist und fast alle an ihrem iPhone Bluetooth eingeschaltet haben (die ikonischen weißen Kopfhörerkabel sieht man immer seltener).

Interesse? Bei uns käuflich zu erwerben. Einfach eine Mail an apple@kunckeledv.de!

Vermischtes

Wieviele AirTags? 16 pro AppleID

Diebstahl: AirTags, die einem selbst zugeordnet sind, können nicht einfach von anderen genutzt werden. Sie lassen sich nicht mit anderen iPhones koppeln!

Datensicherheit: jedes AirTag sendet Bluetooth Signale aus, in denen es seine ID mitteilt. Diese ID ändert sich mehrmals pro Tag, man kann damit also kein Bewegungsprofil erstellen – gehe ich mehrmals am Tag an einem anderen Bluetooth-Gerät vorbei, sieht dieses Gerät mehrere IDs.

Stalking: Entdeckt das iPhone ein AirTag, welches einem nicht gehört, aber ständig bei einem ist, warnt es uns und erlaubt, den Tag zu deaktivieren. Das passiert, wenn man an einem Ort ankommt, den man angelegt und benannt hat, z.B. zu Haus. Dann gibts eine Meldung in „FindMy“ und man kann dann den fremden AirTag zwingen, sich zu outen, d.h. Ein akustisches Signal auszugeben, damit man ihn findet. Gleichzeitig erklärt das iPhone mir dann, wie ich die Batterie entferne, um die Verfolgung zu stoppen. Besitzt man nur ein Android-Telefon, dann meldet sich das AirTag nach drei Tagen mit Pieptönen. Nun ist es ja möglich, dass man in der Bahn quer durch das Land fährt, und der Mensch neben einem hat so ein AirTag dabei. Den ignoriert unser iPhone, weil das zum AirTag gehörende iPhone auch in der Nähe ist.

Haustiere verfolgen: noch nicht so ganz klar. Aussage von Apple – der Tag muss in Reichweite des iPhones sein. Oder, wenn es als verloren markiert wird, in der Reichweite eines anderen iPhones.

Schlüssel verleihen: praktisches Szenario – jemand leiht sich mein Auto, und am Schlüssel ist ein AirTag. Wenn dieses AirTag an eine AppleID gebunden ist UND der Ausleiher mit im Familien-Account ist, dann kann der Eigentümer die Warnmeldung (siehe Stalking) abschalten. Wenn der Ausleiher nicht im Familien-Account ist, kann der Ausleiher die Meldung unterdrücken.

Platz schaffen in der Adobe Cloud

Lightroom LogoIch treffe immer wieder auf Fragen, wie denn das mit den Bildern in der Adobe Cloud ist. Welche Bilder liegen da als Originale in voller Auflösung, welche sind nur die „SmartPreviews„?

Da Adobe dafür keinen direkten Leitfaden zur Verfügung stellt, muss man sich das aus verschiedenen Quellen selbst heraussuchen.

Fakt ist: Wenn ich in Lightroom Classic eine Sammlung zur Synchronisation markiere, dann werden die SmartPreviews erzeugt und hochgeladen. Mit diesen SmartPreviews kann man schon ganz schön viel machen. Das kann man ausprobieren: Von einem Bild im Katalog ein SmartPreview errechnen lassen und anschließend das Original entfernen (vorher natürlich einmal sichern). Man kann jetzt alle Bearbeitungen durchführen, lediglich beim Druck oder beim Export über einer bestimmten Größe verlangt LR Classic die Originaldatei.

Bedeutet für uns: Wenn ich ein Bild aus LR Classic in die Cloud synchronisiere, dann werden weitergehende Bearbeitungen in Lightroom auf dem iPad komplett möglich sein. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vom iPad aus noch nie gedruckt oder groß exportiert habe. Interessant: Die SmartPreviews zählen NICHT mit für die Berechnung der erlaubten Größe!

Alle Bilder aus LR iPad oder iPhone liegen aber immer in voller Größe in der Cloud und werden automatisch in den festgelegten Ordner in Lightroom Classic heruntergeladen. Wenn in der Cloud nur 20GB erlaubt sind, möchte man ja gern etwas Platz schaffen – nur wie?

Das geht in mehreren Schritten, aber leider nicht selektiv – man muss einmal den großen Industriestaubsauger anwerfen, die Cloud leer machen und dann langsam wieder befüllen. Am besten geschieht das Neubefüllen dann von LR Classic aus, dann werden nur die SmartPreviews hochgeladen.

Los gehts:

Lightroom Classis starten. Prüfen, ob die Synchronisation überhaupt aktiv ist und mit dem Symbol oben rechts in der Ecke prüfen, ob alle Vorgänge abgeschlossen sind.

Alle Sammlungen die Synchronisation ausschalten. Das geht, in dem man den kleinen Pfeil links neben dem Namen der Sammlung ausklickt. Siehe Screenshot, der rote Pfeil zeigt auf das Symbol. Hier wird die Sammlung „Portfolio“ in die Cloud synchronisiert. Schaltet man hier aus, dann bleiben alle Bilder auf dem Rechner, und durch das Trennen der Verbindung werden sie auch nicht gelöscht, wenn wir den nächsten Schritt gehen.

Der ist erst mal abwarten, bis LR Classic mit der Trennung der Synchronisation fertig ist – wieder im Symbol rechts oben nachsehen.
Dann: Oben links im Bibliothekspanel die Sammlung „Alle synchronisierten Fotos“ auswählen. Darin dann alle Fotos auswählen. Durchatmen, noch einmal prüfen, ob wir wirklich „Alle synchronisierten Fotos“ gewählt haben. Alle Bilder löschen. (Sie werden nicht wirklich gelöscht, sie werden nur aus der Sammlung entfernt). Warten, bis die Synchronisation erledigt ist – das kann jetzt etwas dauern.

Schritt 3: Fertig. Nein, nicht ganz – „Alle synchronisierten Fotos“ heißt ja nicht „alle synchronisierten Videos“. Wenn da welche drin sind, zum Beispiel vom iPhone, dann bleiben sie da liegen. Und fressen Platz. Die sind zwar auch auf den Rechner heruntergeladen, wurden aber nicht mit gelöscht wegen Bilder und keine Videos. Das Löschen geht nur online, ein Trick, den die wirklich empfehlenswerte Webseite The Lightroom Queen herausgefunden hat: bei Adobe mit seiner Adobe-ID anmelden. Das kleine Filter-Symbol neben der Suche anklicken, „Videos“ auswählen, alle auswählen, löschen.

Fragen, Anregungen etc. gern in den Kommentaren!

 

Command-Option-L

Schon mal ausprobiert? Im Finder öffnet mit diesem Befehl (Command-Option-L) der Downloads – Ordner, und in Safari öffnet der identische Befehl die Liste der Downloads. Sehr aufmerksam mitgedacht!

Solche Dinge finden sich an vielen Stellen im Mac-Universum, Kleinigkeiten, die das digitale Leben einfacher und schneller machen.

 

 

WWDC 2021 – voll virtuell, ey!

AppleM1„Glow and behold“. Die Einladung kam heute an, die diesjährige Apple-Entwicklerkonferenz findet vom 07. Juni bis 11. Juni statt, sie ist komplett online und kostenfrei. Bisher waren durch die Gerüchteküche immer schon die wesentlichen Dinge durchgesickert, so richtig dicke Überraschungen gab es kaum. Aus dieser Ecke kommen die fast schon üblichen Verdächtigen, also neue iPad, die mysteriösen „Air Tags“ und mehr in dieser Liga. Was die Sache dieses Jahr spannend macht: Apple ist auf einen eigenen Prozessor umgestiegen, die Einstiegsklasse in Form von Mac mini, Mac Book Air und Pro 13“ hat für erstaunliche Furore gesorgt. In den letzten Wochen ist der iMac Pro eingestellt worden, und bei den Lieferanten sind bestimmte iMac-Modelle knapp geworden oder gar nicht mehr lieferbar. Ich wette ungern, aber hier würde ich mal eine Ausnahme machen: wir werden als Ankündigung neue Modelle sehen, mit einem etwas aufgebrezelten Prozessor („M1X“?) und Leistungsdaten, die das Vorgängermodell in den Schatten stellen. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, einen iMac zu kaufen und nicht auf den Intel-Prozessor angewiesen ist (Stichwort Windows auf dem Mac), der sollte vielleicht seinem alten Rechner einen freundlichen Klaps auf den Prozessor geben, damit er noch drei Monate durchhält. Wir werden an dieser Stelle informieren, und auf Wunsch verkaufen wir Ihnen die neuen Geräte dann auch..

Nachtrag: das mit den Airtags hat sich erledigt. Die wurden im April vorgestellt und sind verfügbar!

Programmiersprache und Speicherbedarf

AppleM1In einem interessanten Artikel über den Speicherbedarf des neuen M1-Chips gab es einen kleinen Hinweis, der in die Richtung ging: „Apples Programmierumgebung arbeitet anders als WIN & Android, deswegen brauchen die Rechner weniger Speicher“. Folgt man diesem Gedanken durch das Internet, stellt man fest: Da ist was dran. Kurz zusammengefasst: Ein Programm möchte ein Fenster öffnen. Dazu wird dieses Fensterobjekt in den Speicher geladen. In der Apple Combo aus Programmierumgebung und Prozessor wird jetzt ein sogenannter „Reference Counter“ erhöht. Bei jedem weiteren Öffnen wird dieser Zähler um 1 erhöht, schließt man ein Fenster, wird der Zähler erniedrigt. Ist der Zähler bei 0, wird das Objekt aus dem Speicher geschmissen. Auf Windows und Android ist das anders, da bleibt das Object im Speicher, bis die Müllabfuhr kommt: Die sogenannte „Garbage Collection“. Die kommt, wie die reale Müllabfuhr, regelmäßig, aber mit Abständen. Solange bleiben alle geöffneten Fensterobjekte quasi leblos im Speicher. Apple Kombination aus Hardware und Software ist drastisch optimiert für den Zyklus „Laden – Zähler erhöhen – Zähler reduzieren – Löschen“, und darin liegt das Geheimnis der hohen Geschwindigkeit und des geringeren Speicherbedarfes. Die Empfehlung für Speicherkauf beim Erwerb eines neuen M1 – Notebooks: Wer viele Standardprogramme gleichzeitig nutzt, der kommt mit 8GB lange hin, ohne eine Verlangsamung zu spüren. Wer viele Programme mit hohem Speicherbedarf (Logic, et al) nutzt, der braucht viel Speicher. Und selbst, wenn das System Speicher als virtuellen Speicher nutzt: Die neue SSD ist so schnell angebunden – man merkt nichts.

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