Die neuen iPhones – kaufen oder nicht?

Seit dem 12.09. steht sie wieder im Raum, die große Frage: Upgraden oder nicht? Liest man sich die technischen Daten durch, dann ist der Vergleich zwischen dem iPhone X und dem iPhone Xs eher ernüchternd.
Etwas schneller hier, etwas besser dort, etwas mehr Uuupmh da. Im Normalfall würde ich jetzt sagen: Ich hab ein X, ich überspringe dieses Modell. Wenn da nicht die Sachen im Kleingedruckten wären, und die verstecken sich in einer kleinen Zahl während der Präsentation: „Der Kamerasensor sammelt bist zu 50% mehr Licht“. Als Photographie-besessener iPhone-Besitzer fragt man sich doch: Nanu? Wie machen die das? Apple kann zwar viel, aber die physikalischen Gesetze ändern kann es nicht: Mehr Licht kann ein Chip nur dann sammeln, wenn die einzelnen Pixel größer sind/mehr Fläche haben. Mehr Fläche für das einzelne Pixel bedeutet aber auch 12 Millionen mal mehr Platz für 12 Millonen Pixel – heißt: Der Sensor müsste größer geworden sein. Und ein größerer Sensor bringt das ganze Linsensystem durcheinander, die Brennweiten ändern sich.

Recherchiert man etwas im Internet, stößt man auf einzelne Hinweise. Es ist tatsächlich wahr: Der Sensor im neuen Xs ist 32% größer als der in der vorherigen Generation. Also müssen sich dann die Brennweiten ändern, und das tun sie auch: Die neue Weitwinkellinse ist tatsächlich etwas weitwinkliger, vergleicht man Bilder der beiden iPhones, dann ist beim Xs „mehr drauf“ als beim alten iPhone X.

Jetzt wird es spannend: Auf der Keynote hat sich Phil Schiller kräftig an der Kamera abgearbeitet, und es fiel der Begriff: „Computational photography“, also computerunterstützte Photographie. Das soll so schicke Dinge wie Smart HDR unterstützen, also die Möglichkeit, den Kontrastumfang der Szenerie besser einzufangen, sprich einen höheren Dynamikumfang aufzunehmen. Traditionell macht man das durch mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen direkt nacheinander, die dann in der Postproduktion miteinander verrechnet werden. Das iPhone macht das schon immer und klebt dann ein „HDR“ – Label an die Photos.
Das neue iPhone macht das auch, aber quasi still und leise. Das Label gibt es erst, wenn die HDR-Berechnung deutlich ist, jedes Photo wird kontrastmäßig verbessert. Diese verbesserte „Smart-HDR“-Funktion hat durch den größeren Chip mehr Spielmaterial, die Ergebnisse sind erstaunlich: Auf der wie immer gut recherchierenden Seite Daring Fireball sind Beispielphotos zu sehen, die einen wirklich eklatanten Unterschied zeigen.

Upgraden oder nicht? Photographisch Interessierte: Unbedingt!