SSD Upgrades im neuen MacPro…

Der neue MacPro verlangt von langjährigen Mac-Usern eine lange verschüttete Gedankenflexibilität: seit Jahren ist das Mantra: einmal gekauft, nie mehr geändert. Heißt: RAM, SSD und Grafikkarte sind (fast) immer fix. Nicht so beim neuen Mac Pro, und das eröffnet einen interessanten Upgradepfad. Apple möchte für das Update von 256GB interner SSD auf 4TB schlanke 1680€ auf dem Tisch des Hauses sehen. Bei diesem Upgrade wird das interne (Boot)-Volumen, also der Speicher, von dem der Rechner aus startet, vergrößert. Will man das tatsächlich so tun, kommt man um den Gang in unsere autorisierte Werkstatt nicht herum: nur autorisierte Apple-Techniker können den T2-Sicherheitschip dazu überreden, den neuen Speicher auch zu akzeptieren. Warum teuer und aufwendig, wenn es auch einfacher und preiswerter geht? Jeder MacPro hat acht PCIe-Erweiterungsslots, für die alles mögliche angeboten wird: Grafikkarten, Audiokarten und SSD-Erweiterungen. So eine bietet die Firma OWC an, mit 4TB für um 1000€. Dieser Speicher wird als separates Laufwerk eingebunden und interessiert den T2-Chip deswegen nur am Rande. Der Einbau ist nicht kompliziert: Deckel des Rechners ab, Karte einstecken, starten. Das wars. Wer dann mal spaßeshalber den „BlackMagic Speed-Test“ startet wird große Augen machen. Die interne SSD, normalerweise die schnellste im Rechner, liefert mit 1312 und 2232MB schreiben und lesend eine ordentliche Performance, die neu eingesteckte Karte läßt die interne im Staub zurück: 4786MB/s schreibend und 5360MB sind mal eine Ansage. Die Älteren unter uns werden sich noch an drehende Festplatten erinnern: 70-100MB waren da das Maß der Dinge.

Der neue MacPro – welche Konfiguration nehmen?

Gute Frage, und eine, die sorgfältig überlegt werden will. Immerhin reicht die Preisspanne von 6000€ bis über 60.000€. Da gibt es Grafikarten, 1,5TB RAM-Speicher, „Afterburner“ – Karten…

Eine nette kleine Demonstration, was der MacPro in der Basiskonfiguration mit der „Afterburner“ – Karte für um die 2000€ alles kann, zeigt dieses kleine YouTube – Video.

https://www.youtube.com/watch?v=pvS7FHtm2BI&app=desktop

Wer Viedeoschnitt macht, der sollte damit eine kleine Hilfestellung haben. Interessant: Während der Streambearbeitung sei der Rechner „dead silent“, also unhörbar, meint der YouTuber, und die Prozessoren würden nur vor sich hin chillen…

Generell kann man immer öfter sagen, dass der Griff zu mehr Kernen Sinn macht. Auf dem 16″ MacBook Pro zum Beispiel arbeite ich oft mit virtuellen Maschinen. Das konnte man auf den Vorgängermodellen sofort merken: Die Lüfter machen Krach. Auf dem neuen 8-Kerner: Stille.

Der ultimative InEar-Kopfhörervergleich

Natürlich wie gewohnt total subjektiv und auf persönlichen Präferenzen basierend. Auf dem Foto aufgereiht von links nach rechts: Airpods Original, Sennheiser Momentum TW, Sony WF1000XM3, AirPods Pro.

Der Abstand von links nach rechts symbolisiert einen angenäherten Multiplikator aus (Tragekomfort * Klang * persönliche Präferenz), wobei der Klang höher bewertet wurde. Von links nach rechts besser werdend, Größe des Abstandes symbolisiert den Qualitätsunterschied…

Starten wir ganz links: Die Original Apple AirPods, hier mit induktivem Ladekasten. One Size fits all (ears), was naturgemäß mit Kompromissen behaftet ist. Die sitzen knapp zu locker, deswegen habe ich im freien Handel erhältliche, dünne Silikonhüllen drum gemacht. Verbessern den Klang nicht, sitzen aber etwas besser. Halten beim Joggen. Klang: Erstaunlich gut, ohne allzu mächtiges Bassfundament.

Rechts davon mit deutlich besserem Klang die Sennheiser Momentum TW: Im Gegensatz zu den Airpods klingt der Sennheiser deutlich besser, runder und satter – wenn man die passenden Ohrmuscheln dazu ausgesucht hat. Merkt man hier recht deutlich: Fängt man bei klein an, dann kommt irgendwann der Moment, wo richtig Bass auftaucht – bei mir mit den großen Ohrstöpseln. Nachteile der Sennheiser: Man muss für gute Passung den Hörer „ins Ohr schrauben“, jedenfalls fühlt sich diese Drehbewegung so an. Sitzt er dann, erzeugt er ein ziemlich abgeschottetes Gefühl, und Kauen, Schlucken und Laufen machen deutlich übersteigerte Geräusche. Bewegt man den Kopf stärker, ändert sich der Klang. Nachteil: der Akku ist oft leer, wenn man die Dinger etwas länger liegen läßt.

Das ist bei den Sony WF1000XM3 nicht so, die Akkus halten sehr lange. Der Sony kommt mit vielen verschiedenen Silikon-Ohrmuscheln, lange, kurze, dünne, dicke. Hier ist etwas Raten angesagt, letztendlich bin ich auch hier bei den größten gelandet. Klang gegenüber dem Sennheiser bei angenehmerem Tragekomfort ungefähr gleich, also etwas besser in der Gesamtwertung – da hilft auch das einigermassen gute NoiseCancelling. Sitzen etwas locker, so an der Grenze „na, hoffentlich fallen die nicht raus“ sind sie bisher noch nicht.

Ganz rechts dann der Testsieger: Die neuen AirPod Pro. Kopplung wie gewohnt einfach: Deckel aufklappen, Knopf drücken, gut. Bei denen fällt die Raterei, welche der drei Ohrmuscheln die Richtigen sind, weg: Kleinsten draufmachen, einsetzen, Testprogramm starten. Dann wird einige Sekunden Musik gespielt, und anschließend gibts einen grünen Haken oder die Empfehlung, andere Ohrstöpsel zu probieren. Bei mir sind auch hier die großen Einsätze richtig, und das System prüft pro Ohr – wer also unterschiedlich Ohren hat, wird eventuell links eine andere Größe als rechts haben. Klang: Exzellent. Tiefe Bässe, klare Mitten, und das bei SEHR angenehmem Tragegefühl. Fest sitzend ohne zu drücken. Apple hat es durch eine Art kontrollierter Belüftung geschafft, dass man beim Laufen, Kauen, Schlucken keine Geräusche hat. Die aktive Lärmausblendung funktioniert sehr gut, besser als beim Sony. Highlight ist der „Transparenz“-Modus, durch langes Quetschen des rechten Stummels umzuschalten. Der schaltet das NC nicht einfach aus, der erlaubt ein schmales Frequenzband von aussen. Das Zuggerumpel bleibt draussen, die Ansagen dürfen durch. 

Fazit: Apple bringt mal wieder Produkte auf den Markt, wenn sie ferig sind. Diese neuen Airpods sind klasse. 

Apple Pay ist da und es geht ganz einfach…

Am 13. Dezember wird das lange angekündigte Apple Pay in Deutschland freigeschaltet. Lesen der Nachricht und Aufrufen der N26 App geschieht in einer einzigen fließenden Bewegeung. Nach dem Einloggen per FaceID fragt die App nach, ob sie meine N26 Mastercard an Apple Pay auf dem iPhone weiterreichen darf. Darf sie, und nach ca. 10 Sekunden Arbeit ist die Karte sowohl auf dem iPhone als auch auf der Uhr freigeschaltet. Bei den dann anstehenden Weihnachtseinkäufen ist in einem Laden an der Kasse wenig los. Auf Nachfrage bejaht der Verkäufer, dass das Terminal kontaktlose Zahlungen anehmen kann. Ich tippe zwei Mal die Seitentaste der Apple Watch, die Karte wird auf dem Display dargestellt, darunter der Satz: „Zum Bezahlen ans Lesegerät halten“, oben am Rand des Bildschirmes steht „Bereit…“. Die Uhr auf das Display des Terminals legen, es vibriert quasi sofort, ich nehme die Uhr wieder weg und eine Sekunde später kommt die Nachricht auf die Uhr, dass der Betrag von XX,XX€ erfolgreich abgebucht wurde. Das Ganze ging schneller, als man sonst die Geldbörse aus der Tasche gezogen hat. Die Dame in der Schlange hinter mit beobachtet das und ist völlig begeistert. So etwas will sie auch sofort haben. Der Verkäufer freut sich und vermeldet eine Premiere mit einer neuen Zahlungsart. In den nächsten Tagen zahle ich hemmungslos mit Apple Pay, sowohl mit Uhr als auch mit iPhone. Fast überall bin ich die Premiere, und ausnahmslos überall geht es schneller als Bargeld oder Karte.  Von ca. 40 Zahlungen klappt es bei einem einzigen Terminal nicht, wobei unklar ist, ob es an Apple Pay oder der bekannten Zickigkeit dieses Terminals liegt. Weitere Erleichterung: Es funktioniert auch an Terminals, die mir sonst die Zahlung mit der N26 Maestrocard verweigert haben. Ab sofort wandern die Plastikkarten aus der Geldbörse in die Schublade.

Allen Lesern frohe Weihnachten!

Die neuen iPhones – kaufen oder nicht?

Die neuen iPhones – kaufen oder nicht?

Seit dem 12.09. steht sie wieder im Raum, die große Frage: Upgraden oder nicht? Liest man sich die technischen Daten durch, dann ist der Vergleich zwischen dem iPhone X und dem iPhone Xs eher ernüchternd.
Etwas schneller hier, etwas besser dort, etwas mehr Uuupmh da. Im Normalfall würde ich jetzt sagen: Ich hab ein X, ich überspringe dieses Modell. Wenn da nicht die Sachen im Kleingedruckten wären, und die verstecken sich in einer kleinen Zahl während der Präsentation: „Der Kamerasensor sammelt bist zu 50% mehr Licht“. Als Photographie-besessener iPhone-Besitzer fragt man sich doch: Nanu? Wie machen die das? Apple kann zwar viel, aber die physikalischen Gesetze ändern kann es nicht: Mehr Licht kann ein Chip nur dann sammeln, wenn die einzelnen Pixel größer sind/mehr Fläche haben. Mehr Fläche für das einzelne Pixel bedeutet aber auch 12 Millionen mal mehr Platz für 12 Millonen Pixel – heißt: Der Sensor müsste größer geworden sein. Und ein größerer Sensor bringt das ganze Linsensystem durcheinander, die Brennweiten ändern sich.

Recherchiert man etwas im Internet, stößt man auf einzelne Hinweise. Es ist tatsächlich wahr: Der Sensor im neuen Xs ist 32% größer als der in der vorherigen Generation. Also müssen sich dann die Brennweiten ändern, und das tun sie auch: Die neue Weitwinkellinse ist tatsächlich etwas weitwinkliger, vergleicht man Bilder der beiden iPhones, dann ist beim Xs „mehr drauf“ als beim alten iPhone X.

Jetzt wird es spannend: Auf der Keynote hat sich Phil Schiller kräftig an der Kamera abgearbeitet, und es fiel der Begriff: „Computational photography“, also computerunterstützte Photographie. Das soll so schicke Dinge wie Smart HDR unterstützen, also die Möglichkeit, den Kontrastumfang der Szenerie besser einzufangen, sprich einen höheren Dynamikumfang aufzunehmen. Traditionell macht man das durch mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen direkt nacheinander, die dann in der Postproduktion miteinander verrechnet werden. Das iPhone macht das schon immer und klebt dann ein „HDR“ – Label an die Photos.
Das neue iPhone macht das auch, aber quasi still und leise. Das Label gibt es erst, wenn die HDR-Berechnung deutlich ist, jedes Photo wird kontrastmäßig verbessert. Diese verbesserte „Smart-HDR“-Funktion hat durch den größeren Chip mehr Spielmaterial, die Ergebnisse sind erstaunlich: Auf der wie immer gut recherchierenden Seite Daring Fireball sind Beispielphotos zu sehen, die einen wirklich eklatanten Unterschied zeigen.

Upgraden oder nicht? Photographisch Interessierte: Unbedingt!

Gedrosselte iPhones, schlappe Batterien und Qualitätsjournalismus.

In den letzten Tagen kocht grad wieder ein „Apple-Gate“ hoch, diesmal ist es die Leistungsreduzierung bei iPhones mit schlapper Batterie. Da ist jemandem aufgefallen, dass bestimmte Messungen in iPhones mit älteren Batterien langsamer sind als in iPhones mit frischen Akkus. Daraufhin angesprochen veröffentlicht Apple eine Pressemitteilung und ein „White Paper“, in dem das Phänomen und der Gedanke dahinter erläutert werden. Ab dann ist mal wieder schön zu beobachten, wie Recherche, Information und logisches Denken bei den meisten beteiligten Journalisten den Bach runter gehen. Die meisten scheinen mittlerweile wirklich voneinander abzuschreiben, die wenigsten denken nach oder – um Himmels Willen – versuchen sich, eine eigene Meinung aus den vorliegenden Fakten zu bilden. Die Fakten hat Apple in seinem White Paper detailliert aufgelistet, das Ganze ist aber nicht wirklich Raketenwissenschaft: Ein wenig Kenntnis des Ohmschen Gesetzes reicht da aus.

Versuchen wir das mal zu erklären. Ein neuer Akku hat eine bestimmte Kapazität und einen bestimmten Innenwiderstand. Der Innenwiderstand bestimmt, wieviel Strom maximal aus einem Akku gezogen werden kann, bei gleichbleibender Spannung. Ein möglichst geringer Innenwiderstand ist ideal, dieser Widerstand steigt aber mit zunehmendem Alter. Dadurch sinkt der aus dem Akku zu entnehmende Strom (bei gleichbleibender Spannung). Entnimmt man mehr Strom, sinkt die Spannung. Bei Unterschreiten einer bestimmten Spannung reicht diese nicht mehr zum Betrieb des iPhones aus, es schaltet sich ab – obwohl der Akku noch gefüllt ist. Das war das Problem, das Apple mit älteren iPhones hatte. Um dem entgegen zu wirken, hat Apple in einer der letzten Systemversionen eine Hilfe eingebaut: Stellt das System fest, dass bei einer bestimmten Stromentnahme die Spannung gefährlich sinkt, dann wird die Stromentnahme gedrosselt. Das passiert am effektivsten durch Drosselung des leistungshungrigsten Bauteiles – des Prozessors. Der Prozessor rechnet also bei komplexen Aufgaben langsamer – Vorteil: Das Gerät läuft weiter und schaltet sich nicht mehr ab.

Vorwerfen kann man Apple lediglich, diese Änderung nicht offensiv kommuniziert zu haben oder, noch besser, dem User die Wahl zwischen den beiden Optionen zu lassen.

Gegen beide Möglichkeiten – abschalten oder drosseln – gibt es in den USA natürlich sofort eine Sammelklage. Ich frage mich, wann es dort eine Klage gegen das zugrundeliegende physikalische Gesetz gibt – bei deren Präsidenten kann es nicht mehr so lange dauern.

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