AirTags als Diebstahlschutz am Fahrrad…

AirTags sind ja eigentlich entwickelt, um einem Verlust vorzubeugen. (Siehe unsere Artikel hier). Wie wäre es denn, so einen auch als Diebstahlsschutz zu verwenden? Schutz vor Diebstahl ja eher nicht, eigentlich nur, um es nach dem Diebstahl eines Fahrrades vielleicht wiederzubekommen. Erste Frage, die sich stellt: wo so einen AirTag möglichst unauffällig unterbringen? Instinktive erste Lösung: unter den Sattel kleben. Nicht so richtig gut: auf die Idee kommt jeder halbwegs pfiffige Dieb auch, und allein, wenn man das Rad anhebt, greift man da hin. Ins Rücklicht geht auch nicht, das ist zu klein und der AirTag zu groß und zu rund.

Hilfe bietet das Internet: die Suche nach „AirTags“ und „Fahrrad“ fördert Diverses zu Tage, unter anderem auch eine 3D-gedruckte Halterung, die unter einen Flaschenhalter geschraubt wird (siehe gelb markiert im Bild). Das ist recht unauffällig, und als zusätzliche Sicherung wird ein Satz Spezial-Schrauben mit passendem Bit mitgeliefert.

AirTag, gut verpackt

In Benutzung

Das Fahrrad steht bei Nichtbenutzung im Keller, und immer, wenn ich es nach einigen Stunden Stillstand da raushole und bewege, greift Apples Mechanik „ein fremder Airtag ist bei Dir“ – es macht leise, piepende Geräusche. Das passiert, wenn ich das iPhone NICHT dabei habe, die AppleWatch reicht nicht aus. Und das iPhone braucht eine Zeit, bis es den eigenen AirTag geortet hat. Lasse ich mit dem iPhone in der Tasche etwas Zeit verstreichen, bis ich das Fahrrad bewege, dann erkennt der AirTag, dass er zu diesem iPhone gehört und piept nicht. Nun nehme ich aber an, dass das Fahrrad eher nicht aus dem gut gesicherten Keller gestohlen wird, sondern in freier Wildbahn, also vor der Kneipe abgeschlossen, deswegen wird in diesen Fällen das Piepen nicht ertönen.

Jetzt hoffe ich mal, dass ich diesen Beitrag nie ergänzen muss, ob es denn geklappt hat oder nicht!

„Wo ist“ in iOS 15

Auf unserer Webseite haben wir einige Artikel zu Apple „Find My“ (deutsche Bezeichnung „Wo ist…?“)- Programm veröffentlicht, unter anderem mit den neuen AirTags. Tatsächlich gab es kurz nach Einführung und Benutzung durch den Autor ein „Erweckungserlebnis“, nachzulesen gern hier (https://kunckeledv.de/2021/06/24/der-autoschluessel-gute-frage/).

Jetzt steht Apple kurz vor der Veröffentlichung von iOS 15, und im Bereich „Find My“ hat sich einiges getan. 

Im Wesentlichen sind es drei Bereiche, die Verbesserungen erfahren haben: Live Location, Finden von Geräten, die ausgeschalten, einen leeren Akku haben oder gelöscht wurden und Verlustmeldungen.

Fangen wir mit dem letzten Punkt an: 

Bisher konnte man einen AirTag finden, wenn man es als verloren markiert hatte, es gab aber keine Möglichkeit, eine Warnung zu bekommen, wenn man im Begriff war, es zu verlieren. Beispiel: Man ist mit dem Rad unterwegs, macht Pause, stellt die Kameratasche neben die Bank und vergisst sie beim Aufbruch. Das ist jetzt ein neues Feature:

Man kann jedem AirTag jetzt einen „Vergessens-Alarm“ einschalten. Kommt der Tag ausser Reichweite, gibts auf Telefon und Watch eine Mitteilung. Und auch an eine Funktion, diesen Alarm an bestimmten Orten zu unterdrücken hat Apple gedacht. Es wäre ja ziemlich nervig, wenn man beim Verlassen des Hauses erst einmal zehn Meldungen wegdrücken muss, die einen auf vergessene Koffer, Kamerataschen, Drohnen, Autoschlüssel hinweisen. Damit sind die AirTags endlich komplett.

Den zweite Punkt, z.B. ein iPhone auch noch zu lokalisieren, wenn es ausgeschaltet ist, der Akku leer oder es gelöscht wurde, muss man etwas differenziert betrachten. Wie wird das technisch realisiert? Apple hält sich da, wie üblich, sehr bedeckt. Es wird aber so sein, dass bestimmte Teile des Telefones, also Bluetooth und NFC auch im ausgeschalteten Zustand noch Strom bekommen. Wenn das Telefon gelöscht wird, (wozu man die Zugangs-PIN oder Passwort braucht), es aber noch in „Find My“ angemeldet ist, (wozu man die AppleID und das Kennwort dazu braucht), dann taucht es jetzt immer noch bei den eigenen Geräten in „Find My“ auf.

Interessanter ist der Fall mit dem leeren Akku. Dafür gibt es bereits Situationen, in denen so ein leeres iPhone eine bestimmte Zeit noch für das Bezahlen und als digitaler Autoschlüssel dienen kann, laut Apples Support – Dokumenten „bis zu 5 Stunden“. Diese Mechanik wird auch für das Finden genutzt werden.

Letzter Punkt: Lokalisierung von Personen. Für alle Personen, die Ihnen den eigenen Standort freigegeben haben, gibt es in iOS 15 ein LiveTracking. Bisher wurde der Standort alle paar Minuten aktualisiert, jetzt erfolgt das kontinuierlich, laut Apple um einen Eindruck von Richtung, Geschwindigkeit und Fortschritt zu bekommen.

Zwei Kleinigkeiten noch:

AirPods sind jetzt auch in das „Find My“ Netzwerk eingebunden, kommunizieren im Verlustfall also jetzt auch mit anderen iPhones.

Und es gibt gibt neues Widget, das ich für den Home Screen verwenden kann und mir die Positionen meiner Gegenstände oder Personen anzeigt.

Der Autoschlüssel? Gute Frage…

Gestern war es soweit: die AirTags mussten ihre Nützlichkeit beweisen.

Der Einkauf der Woche steht an, dazu wird gern das Auto genommen, zumal es regnet. Der erste Griff zum Autoschlüssel am Schlüsselbrett geht ins Leere, da ist er nicht. Kein Problem, dann ist er mit Sicherheit in der zuletzt getragenen Jacke. Ein schnelles Durchsuchen der Garderobe bringt mehrere halbvolle Packungen Fischermens, die lange gesuchte Speicherkarte für die Kamera und 4,30€ zu Tage, aber keinen Autoschlüssel. Auch die Suche an den üblichen „gedankenlosen Schlüsselablageorten“ (Regal, Stubentisch, Kühlschrank) bringt kein Ergebnis.

Die Befürchtung „Mist, den hab ich verloren“ wird überlagert von der Erkenntnis, dass am Autoschlüssel ja zu Testzwecken ZWEI (2) Schlüsselfinder befestigt sind: Chipolo für Finden und Vergessenalarm und ein AirTag für Finden (der Vergessenalarm kommt in iOS15 dazu). Kluges Telefon holen, Versuch 1, die Chipolo-App. Die sagt, dass das Telefon mit dem gesuchten Chip in der Nähe meines aktuellen Standortes verbunden ist. Das bleibt auch so beim Gang durch die gesamte Wohnung. Der Schlüssel ist aber irgendwo in der Wohnung und nicht verloren (gut), aber wo zum Kuckuck ist er denn nun?

Versuch zwei: „Wo ist“ starten, auf Objekte gehen. Auch da wird der Autoschlüssel als in der Nähe angezeigt, aber jetzt schlägt die Stunde des Apple UWB (UltraWideBand) – Chips: den gesuchten Autoschlüssel antippen, dann auf „Suchen (in der Nähe)“ tippen. Es erscheint eine Grafik, mit dem Text: „Signal ist schwach, versuche dich an einen anderen Ort zu bewegen“. Das tue ich, unten taucht eine abnehmende Meterangabe auf. Unter 3 Meter wird der Bildschirm grün, es taucht ein Pfeil auf. Dem folge ich und lande wieder vor der Garderobe. Mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal darauf hingewiesen werde, dass sich der Schlüssel unten befindet. Unten stehen die Schuhe, und als ich mich den Winterstiefeln nähere, vibriert das iPhone. Und da liegt er drin, direkt unter der zuletzt getragenen Jacke, wahrscheinlich beim Herausnehmen des Hausschlüssels mitgerissen und in die Tiefe gestürzt. Ohne AirTags hätte ich den Schlüssel wohl erst gefunden, wenn der Winter sich nähert.

NACHTRAG: Mehr Texte zum „digitalen Leben“ gibt es hier…

WWDC 2021, Teil 1…

Das war sie dann, die WWDC 2021. Wieder wie üblich aufgeheizt mit Spekulationen, wieder unterschiedliche Wahrnehmungen. Diese WWDC war eine ohne Hardware-Ankündigung, dafür gab es viel Neues im Softwarebereich. Ich werde das, was mir so an Kleinigkeiten aufgefallen ist, schmucklos hier veröffentlichen.

iOS 15 – AirTags Update…

In meinem Artikel zu den Airtags (AirTags und der verlorene Koffer) hatte ich schon bemängelt, dass den AirTags ein wichtiges Feature fehlt: Der Entfernungsalarm. Bei Chipolo und Tile kann man für einzelne Geräte, zum Beispiel den in der Kameratasche, einstellen, ob man einen Alarm bekommt, wenn man aus der Reichweite der Bluetooth-Verbindung kommt. Das finde ich ziemlich wichtig, weil das so ein erster Schritt ist: Warum sollte ich das Gerät vergessen und dann aufwändig und sicherlich sehr schick über das „Wo ist“ – Netzwerk suchen und hoffentlich wiederbekommen, wenn schon der Ansatz des Verlustes blockiert wird? Man schließt vor dem Biergarten sein Fahrrad auf, und im selben Moment poppt eine Nachricht auf: „Kann es sein, dass Du grad Deine Kamera vergessen hast?“. Und dieses wunderbare Feature wird jetzt in iOS15 nachgereicht…