Neuer Backup-Client für entfernte Sicherung

Im Zuge der losgetretenen Diskussion um Trojaner, die alle erreichbaren (gemounteten) Volumen/Festplatten gleich mit verschlüsseln gibt es einen Lichtblick: Ein Backup-Programm, das verschlüsselt in die Cloud sichert und das auf Wegen, die einem solchen Trojaner nicht zugänglich sind.

Nennt sich „Arq„, grad erschienen in der Version 5. Bei uns seit langer Zeit schon im Einsatz, um wichtige Daten automatisch verschlüsselt zu Amazon S3/Glacier zu sichern.

Das Programm besteht aus zwei Komponenten, einer Oberfläche zum Steuern und anzeigen und einem Agent, der im Hintergrund die automatische Sicherung macht.

Als Sicherungsziele gibt es verschiedene:

ArqZiele

Interessant hierbei ist der Eintrag „SFTP“, eine sichere Variante der FTP-Datenübertragung. Das in Kombination mit einem gängigen NAS, welches einen SFTP-Server erlaubt.

Man richtet auf dem NAS einen User ein, legt ein Verzeichnis für SFTP fest und gibt diese Zugangsdaten dann als Ziel in Arq ein. Bei jedem Ziel muss man ein separates Verschlüsselungs-Kennwort eingeben. Mit diesem nur Ihnen bekannten Kennwort verschlüsselt Arq dann die Daten, BEVOR sie den Rechner verlassen. Selbst, wenn dann der Provider Ihrer Wahl oder das NAS gehackt werden, findet der Angreifer nur krauses Zeug, mit dem er nichts anfangen kann.

Nutzt man als Ziel z.B. Amazon, muss man als zusätzliche Sicherheitsanforderung noch den Speicherort („Bucket“) verschlüsseln.

Das Zurückholen der Daten funktioniert sehr schnell und einfach:

arq

Im Bereich „Restore Files“ des Programmfensters klickt man sich bis zum gewünschten Ordner durch und kann dann aus den verschiedenen Backups die gewünschte Datei(en) auf den Schreibtisch ziehen.

Das Hauptfenster gibt auch einen schnellen Überblick, welche Datei wann zuletzt gesichert wurde, und im Falle von Amazon S3, die nach Gigabyte gespeicherter Daten abrechnen, kann man sich die aktuellen Mengen schnell anzeigen lassen. Will man unangenehme Überraschung auf Kostenseite vermeiden, kann man auch ein Limit eingeben, Arq versucht dann, diese Menge durch Löschen alter Backups nicht zu überschreiten.

Wenn Sie sowas gern nutzen wollen: Wir helfen Ihnen gern dabei!

Time Machine Backup ohne Festplatte?

Ein Feature in Time Machine, welches kaum jemand kennt. Wenn Sie auf Ihrem Rechner Time Machine eingerichtet haben, und er korrekt auf die externe Festplatte sichert – dann können Sie diese Festplatte auch abziehen, Ihr MacBook Air/Pro mit auf Reisen nehmen und TROTZDEM macht Time Machine weiter Datensicherungen.

Wie das?

Seit Mountain Lion hat Time Machine ein neues Feature, „Lokale Schnappschüsse“.

Zitat aus dem dazu gehörigen Support – Dokument von Apple:

Die lokalen Schnappschüsse sind eine Ergänzung zu den regulären Time Machine-Backups (die auf einem externen Volume oder einer Time Capsule gespeichert werden). Sie bieten ein „Sicherheitsnetz“ für den Fall, dass das externe Backup-Volume oder die Time Capsule nicht zur Verfügung steht bzw. dass versehentlich eine Datei gelöscht wird.

Auf Mac-Notebooks ist die Funktion „Lokale Schnappschüsse“ automatisch aktiviert, wenn Sie Time Machine aktivieren. Wie reguläre Time Machine-Backups werden auch lokale Schnappschüsse stündlich im Hintergrund erstellt.

Hinweis: Der Time Machine-Status in der Menüleiste wird nicht verändert, wenn ein lokaler Schnappschuss erstellt wird.

Das heißt für Anwender unterwegs: Wenn aus Versehen eine Datei gelöscht wurde oder auf eine ältere Version zurückgegangen werden soll, dann lohnt sich ein Ausflug in das Programm „Time Machine“.

Auf der Zeitleiste am rechten Bildschirmrand gibt es neben den Sicherungen auf die externe Festplatte (die pink markiert sind) noch die Sicherungen intern (die eine graue Farbe haben). Die pinken Markierungen werden abgeblendet, wenn die externe Festplatte nicht angeschlossen ist.

Was den Speicherplatz angeht, verspricht Apple, dass man sich darüber keine Gedanken machen muss:

Lokale Schnappschüsse werden in bestimmten Abständen zu Tages- oder Wochenschnappschüssen zusammengeführt, um den erforderlichen Speicherplatz auf Ihrer Festplatte so gering wie möglich zu halten. Wenn auf Ihrem Volume nur wenig Platz verfügbar ist, erstellt Time Machine keine neuen Schnappschüsse mehr und entfernt gegebenenfalls einige oder alle vorhandenen Schnappschüsse, um Speicherplatz für die Verwendung durch andere Programme freizugeben. Wenn wieder genügend Festplattenspeicher verfügbar ist, beginnt Time Machine erneut, lokale Schnappschüsse zu erstellen. Das bedeutet, dass Ihnen jederzeit so viel Speicherplatz zur Verfügung steht, als wenn Time Machine nicht aktiviert wäre.

Backup und Archiv für Fotografen (4)

Schritt 1: Schlagworte vergeben.

Doch, muss sein. Es tut auch kaum weh. Die aktuellen Bildorganisationsprogramme erlauben eine wirklich einfache Verschlagwortung. Und wenn sie nicht jedes Bild komplett mit 50+ Schlagworten versehen, dann geht das auch schnell. Sinnvoll ist vom Groben ins Feine, also zuerst Infos, die alle Bilder angehen (Jahreszeit, Auftrag, Kunde, Motiv), und dann ein schneller Durchlauf ins Spezielle (Bildinhalt, Stimmung, besondere Merkmale). Und zwar verschlagwortet man nur die besten Bilder. Hält den Aufwand überschaubar, und wenn man ein bestes Bild gefunden hat und noch andere dazu sucht: Die liegen bei richtiger Vorbereitung „in der Nähe“ der guten Bilder.

Ist alles verschlagwortet, nicht vergessen diese Schlagworte aus der Datenbank von Lightroom oder Aperture wieder zurück in die Dateien zu schreiben. Hier kommt der Vorteil des DNG noch einmal deutlich zum Tragen: DNG können diese Daten direkt speichern, bei RAW-Dateien liegt ab sofort ein hässliches kleines Entlein neben der Originaldatei: Das „Sidecar-File“, ein XMP mit den Schlagworten, etc. Und das muss jetzt immer neben der RAW Datei liegen und darf nicht gelöscht werden. Elegant ist anders.

Werden diese so bearbeiteten Dateien jetzt in ein anderes Programm übernommen oder auf Finder-Ebene verwaltet, dann werden auch Dateien mit diesen EXIF-Informationen gefunden. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch zugünftige Programme zur Organisation sich an diesen Standard halten.

Schritt 2: Umwandlung, Export und Benennung

Alle verschlagworteten und ausgewählten Fotos, fertig bearbeitet und für gut befunden werden jetzt exportiert bzw. umgewandelt. und zwar in drei Durchläufen. Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach der Benennung. Am effektivsten ist es, die Dateien wie folgt zu benennen:

2013_07_13_KundeX_AnlassYY. Alle nicht so guten Bilder bekommen noch ein xxDel201812 angehängt. „xxDel“ deswegen, weil man danach hübsch suchen kann und nicht aus Versehen andere Dateien erwischt. Sinn dieser Übung ist es, bei der Ausdünnung des Archives am 31. Dezember 2018 einfach nach „xxDel2018“ zu suchen, und es tauchen alle in 2018 zu löschenden Bilder auf. Von der Suche in den digitalen Müll ist dann nur ein winziger Schritt.

Programme wie Lightroom und Aperture machen die Benennung einfach: wenn die Bilder in einem korrekt benannten Album oder Projekt liegen, ist die Benennung mit den eingebauten Werkzeugen automatisch.

Die oben erwähnten drei Durchläufe sind Hosenträger und Gürtel. Man exportiert nacheinander

– Das original DNG

– Ein optimal bearbeitetes JPG

– Ein optimal bearbeitetes TIFF in 16 Bit, ohne Ebenen.

Das sind bei hochauflösenden Kameras gern mal 200 MB insgesamt. Warum soviel abspeichern? Ich hab doch die DNG, reicht doch?

Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber…

Wer weiß, was mit DNG in 10 Jahren ist? Annehmen sollte man einen Fortbestand. Um so trauriger guckt man, wenn der gesamte Archivbestand in DNG (oder RAW) ist und es keinen Konverter für das Format mehr gibt. DNG für die Hoffnung, TIFF für die Weiterbearbeitung und JPG für die schnelle Weitergabe und als Redundanz für das TIFF.

Das System der Ablage sollte sich am System der Arbeit orientieren. Wer für Kunden arbeitet, für den ist die erste Ebene der Ablage der Kunden. Wer nach Ereignissen arbeitet, legt das als oberste Ebene an. In der nächsten Ebene kommt dann der Auftragsordner, der Übersicht halber mit einem „umgedrehten Datum“ davor: 2013_06_Jodeldiplom.

Innerhalb dieses Ordners dann zwei Ordner:

2013_06_Jodeldiplom_Auswahl und 2013_06_Jodeldiplom_Rest. Den vollen Namen davor ist immer sinnvoll, ansonsten hat man ganz viele nichtsagendes „Auswahl“ und „Rest“ – Ordner in der Ergebnisliste einer Suche. In diesen Ordnern werden dann die entsprechend benannte Bilder abgelegt.

Und von diesen Archivplatten immer eine zweite Kopie, und die – wie weiter vorn geschrieben – ab und an mal testen, ob sie noch laufen und gelesen werden können.

Backup und Archiv für Fotografen (3)

Floppydisk

Zehn Jahre in der Digitaltechnik sind eine lange Zeit. Die Diskette taucht 1984 als 3,5“ mit 720kB Kapazität auf und ist heute an der Schwelle zur Unlesbarkeit.

Wer unseren Ausführungen in Teil Zwei aufmerksam gefolgt ist, der wird eine Vorstellung davon bekommen haben, was 20 Jahre mit einer aktuell angesagten Technologie machen können. Zu diesen Technologien gehört nicht nur die Hardware, auch die Software ist Moden und Alterungszyklen unterworfen.

Wer sich Gedanken über eine wirkliche Langzeitarchivierung macht, der muss zwangsläufig in Dimensionen von 30 Jahren und mehr denken.

Und so schick jetzt angesagte Programme wie Aperture, Capture One und Lightroom auch sind, was ist in 10 Jahren damit?

Die einzig wahre und etwas bittere Wahrheit: So einfach wie möglich. Und da bieten sich eigentlich nur zwei (vielleicht drei) Datenformate an. Unzweifelhafte und seit Jahren unverändert genutzte Datenformate sind JPG und TIFF, und ein eventueller Kandidat könnte das DNG-Format für RAW-Dateien werden. Wer RAW fotografiert (und das sollte jeder tun, der Wert auf maximale Qualität legt), fragt sich natürlich, wie er den Datenreichtum der RAW-Dateien auch ins Archiv rettet.  Das geht nur mit dem hoffentlich lange lebenden und von vielen Herstellern unterstützten DNG-Format.

Kurze Geschichte des DNG und wesentliche Vorteile zusammengefasst:

DNG, „Digital Negativ“, von Adobe ins Leben gerufen um der unendlichen Zahl von verschiedenen RAW-Formaten Herr zu werden. DNG ist ein offener Standard, d.h. die gesamte Dokumentation wo etwas in diesen Dateien gespeichert wird ist offen gelegt. Jede interessierte Partei kann sich diese Daten einsehen und das DNG-Format nutzen. Großer Vorteil ist, dass alle den RAW-Dateien anhaftenen Nachteile bei der Gestaltung des DNG-Formates berücksichtigt und vermieden worden sind. Durch den Aufabu der Datei ist das System auch zukunftssicher: Werden irgendwann neue Elemente hinzugefügt, bleibt die Datei auch für ältere Programme lesbar.

Wesentlicher Nachteil aller RAW-Dateien: Die sind von den jeweiligen Herstellern geschlossen entwickelt worden und sind nicht offen, d.h. niemand weiß, was passiert, wenn man diese Dateien verändert, um z.B. Schlagworte hineinzuschreiben. In einer DNG-Datei ist das offen dokumentiert, jedes Programm kann zusätzliche nützliche Informationen in die Datei schreiben.

Genau das erlauben unsere beiden anderen Kandidaten JPG und TIF auch. Und genau diese Möglichkeit ist einer der Schlüssel für ein Archiv, in dem Fotos nicht nur weggespeichert, sondern auch wiedergefunden werden.

Gehen wir der Reihe nach vor.

Die erste Frage, die sich stellt: Was soll überhaupt archiviert werden? Und wenn wir das wissen, in welchem Format? Und was können und dürfen wir diesen Bildern als zusätzliche (Meta-) Informationen mitgeben?

Auch hier am Beispiel eines Arbeitsablaufes gezeigt.

Ist ein Job abgeschlossen, kann er ins Archiv, Teile davon sollten aber für ein Portfolio oder eine Sammlung der besten Arbeiten noch verfügbar bleiben. Im Rahmen des Jobs hat es eine oder mehrere Sichtung(en) des Bestandes gegeben, Fotograf und/oder Kunden haben sich auf die besten Bilder geeinigt. Die wurden gedruckt, umgewandelt und dem Kunden überreicht. Es gibt also in der Masse der Bilder zwei Mengen: Die Guten und die nicht so Guten. BEIDE werden archiviert, aber mit unterschiedlichen Vermerken. Die Guten sowieso, die nicht so guten aber auch, mit einem Verfallsdatum markiert. Kommt der Kunden z.B. in den nächsten 5 Jahren auf die Idee, eventuell nicht genutzte Fotos jetzt doch noch zu nutzen, dann hat man die schnell zur Hand.  Ist der im Dateinamen markierte Ablaufzeitpunkt erreicht, werden bei der jährlichen Sichtung der Archivplatten alle diese Bilder entsorgt. Wer natürlich genug Platz hat oder nicht die Mengen produziert, der kann auf diesen Reinigungslauf verzichten.

(Fortsetzung folgt…)

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, ebenfalls weisen wir auf unsere Datenschutzerklärung hin... mehr Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen