M2 gegen MacPro

Die ersten Test und Benchmarks für das MacBook Pro 13“ mit dem neuen M2-Prozessor tauchen auf, und einer der Verfasser hat aus dem Wust von Messwerten einen kleinen Satz destilliert:

Der aktuelle M2-Prozessor ist schneller als der immer noch verkaufte MacPro in der Basiskonfiguration!

Erstaunlich, besonders, wenn man sich vor Augen führt, dass der angesprochene MacPro um die 5000€ kostet, ein einigermassen solide ausgerüstetes MacBook Pro (24GB RAM, 1TB SSD) nur die Hälfte.

(Und man muss es nochmal sagen: einen Großteil der iMac 27 überholt schon der M1-Chip. Erstaunlich Zeiten, in denen wir leben.)

Liefersituation Apple…

Wir – und wahrscheinlich auch Sie – warten sehnsüchtig auf die neuen MacBook Pro, neue iMacs und mehr.

Wir hatten gestern ein längeres Gespräch mit den Distributoren, und da ergibt sich der folgende Sachstand:
Alle bisher aufgegebenen Bestellung sollen noch dieses Jahr geliefert werden, eine erste größere Lieferung der CTO-MacBook Pro 14 & 16 wird Ende November erwartet, vorher kommen sie spärlicher, aber sie kommen…

iMacs sind im Zulauf, das sollte in den nächsten Tagen stattfinden.

Bestellungen ab jetzt werden wohl nicht mehr in 2021 ausgeliefert, d.h. wenn Sie noch dringend ein Gerät dieses Jahr brauchen, können wir das wohl ordern, Sie müssten aber mit Ihrem Steuerberater über eine Ansparabschreibung reden.

Neue Macs oder „das Verschwinden der Prozentzahlen“

Gestern war es so weit: Auf einem mit Spannung erwarteten Event hat Apple neue Rechner vorgestellt: 

Das MacBook Pro 14“ und das MacBook Pro 16“.

Beide ab sofort mit neuen, eigenen Chips betrieben. Es gibt jetzt neben dem normalen M1 noch einen M1Pro und einen M1Max.

Unterschiede sind die Anzahl der CPU-Kerne, GPU-Kerne und die Kerne für ML („Machine Learning“ – da fragt man sich doch, wofür die konkret genutzt werden: Zum Beispiel in Photoshop für das automatische Freistellen von Vordergrund-Objekten.).

Wie schnell? Sehr schnell!

Und eine Prozentzahl gab es dann doch: der M1Pro sein 70% schneller als der M1, und dann ist da noch der M1Max. Bald wird Apple einfach als Leistung schlicht „genug“ angeben. Es meldeten sich dann diveres Entwickler zu Wort, und da ging es dann zur Sache: 4x so schnell, soundsoviele 4k Streams gleichzeitig colorgraden, und mehr.

Apple hält sich ja bedeckt, was die Taktfrequenz angeht, man kann allerdings davon ausgehen, dass der gewaltige Leistungssprung nicht daher kommt, dass Apple die Taktung stillschweigend nach oben getrieben hat. Die Taktfrequenz werden sie wahrscheinlich bei einem komplett neuen Chip („M2“) ändern. Der Leistungssprung hat andere Ursachen: Ein normaler Rechner hat sorgsam voneinander abgegrenzte Rechenwerke, und der Rechner ist viel Zeit damit beschäftigt, die Daten zur Bearbeitung hin- und herzuschieben, von der CPU zum Grafikrechner und zurück. Apple hat jetzt den Arbeitsspeicher auch als Grafikspeicher eingerichtet, d.h. die zu bearbeitenden Daten müssen nicht mehr transportiert werden.

Tip 1:

Hieraus leitet sich der erste „Investitionstip“ ab: Wenn es die Geldbörse hergibt, lieber mehr RAM.

Die hauptsächliche Leistungssteigerung kommt von der Anzahl der Kerne, also CPU/GPU/ML. Und die kann man konfigurieren.

Alle Modelle sind in (fast) alle Konfigurationen erhältlich, die Entscheidung für eine Rechnergröße ist wirklich eine Entscheidung für eine Rechnergröße. Eine kleine Ausnahme: am unteren Ende beim 14“ gibt es noch eine „Sparversion“, beschnitten auf 8 statt 10CPU-Kernen, 14 statt 16 GPU Kernen. Wer mehr als 32GB RAM haben möchte, muss auf den M1Max-Prozessor gehen, nur der unterstützt 64GB.

Nachtrag: das 16“ mit dem M1Max-Prozessor hat angeblich einen „High Power Mode“, der intensive Aufgaben schneller abarbeitet, aber das „may result in more fan noise“. Und einem schneller geleerten Akku, natürlich.

Im Internet kursiert ein Schaubild, das die (geleakte) Timeline der AppleChips zeigt. (https://hypercritical.co/2021/05/21/images/city-of-chiplets.png – ob die stimmt, weiß man natürlich nicht, sie macht aber durchaus Sinn). Oben in der ersten Reihe ist der aktuelle M1 zu sehen, und in der zweiten Reihe von oben sind die beiden neuen Prozessoren: Der M1Pro ist ein „zurechtgeschnittener“ M1Max. Wenn man jetzt mal den Blick nach unten lenkt: Das sind noch zwei Reihen von Chips abgebildet. Wenn die in den iMacs und MacPros auftauchen: Viel Spaß! (Mal so nachgerechnet: Ein hypothetischer MacPro könnte dann 256GB RAM/Videospeicher haben!

GeekBench (ein Programm zur Messung der reinen CPU-Leistung) stellt eine Verdopplung der CPU-Leistung vom M1 zum M1 Max fest. Das ist aber, siehe weiter oben, nur ein Teil der Wahrheit. Und hier fällt das Verschwinden der Prozentzahlen auf: Vorher war ein neuer Rechner XX% schneller als der Vorläufer, hier tauchen jetzt nur noch Multiplikatoren auf: 3x, 4x, 8x, 11x…

Der interne Speicher ist unglaublich schnell angebunden, Wartezeiten für das Laden großer Dateien – nicht existent. Dazu passt auch die Ansage, dass diverse 8k-Videospuren live bearbeitet werden können.

Grafik

Die integrierte Grafik ist bei den M1 Max so schnell wie die schnellste aktuelle externe Grafikeinheit  für Notebooks – und das bei sparsamen Stromverbrauch. 

Was auch schön ist: Alle Irrungen der letzten Entwicklungsstufen sind korrigiert: Es gibt keinen Touchbar, statt dessen große Funktionstasten und alle Rechner haben wieder üppig Schnittstellen. Thunderbolt 4, SD-Karte und HDMI. Kleiner Wermutstropfen hier: Der HDMI-Anschluss ist nur Version 2.0, nicht der aktuelle 2.1. Bedeutet: Ein 4k Display läuft nur mit 60Hz statt 120Hz.

Alle Thunderbolt und HDMI-Ports kombiniert kann der M1Pro zwei 6k-Displays mit 60Hz gleichzeitig betreiben, der M1 Max sogar 3 6k Displays und noch einen 4k Disply.

Laden

Als Ladekabel kann man über USB-C laden, und es kehrt zurück der geliebte MagSafe-Adapter. Beide Modell können „schnell laden“, von leer auf 50% in 30 Minuten. Das 14“ kann das über USB-C, das 16“ braucht dafür den MagSafe-Anschluss.

Noch eine Kleinigkeit für die Audio-Fans: Der Audioausgang akzeptiert jetzt auch hochohmige Konfigurationen.

Was jetzt nehmen? 

Nach diversen Leistungstests, Aussagen von Entwickler, die frühen Zugang zu den neuen Maschinen hatten, trotz Apple „3x, 5x, 11x“ – Aussagen: Wem die Leistung eines M1 auf seinem bisherigen Rechner nicht ausreicht, der ist mit dem M1Pro in seinen diversen Ausprägungen gut bedient. Wer wirklich das letzte aus den Maschinen herausholen will, z.B. Logic ausquetschen, 3D Renderings am laufenden Band macht – der sollte den M1Max in Betracht ziehen.

Wermutstropfen

Einen wichtigen Nachteil haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben: Alle Rechner mit den neuen Chips können KEINE Virtualisierung von Windows. Die Firma Parallels sagt das zwar vollmundig auf der Webseite, aber, wie bei Mobilfunkbetreibern liegt die Wahrheit dunkelgrau auf hellgrau in 4 Punkt Schrift: „Dazu brauchen Sie Windows on ARM, und das bekommen Sie nur als Teilnehmer eines Windows-Technologie-Programmes“. Wer so etwas braucht: alten Rechner aufbewahren. Vielleicht bewegt sich ja auf Seite von Windows noch was…

Bei allen Konfigurationsfragen helfen wir gern, was Preis und Lieferfristen angeht: Mail an w.kunckel@kunckeledv.de oder unser Online-Shop unter 0421-40889824!

WWDC 2019 – „Write code, Blow minds“

Einmal in Jahr, im Juni, stellt Apple vor, worüber sie sich im letzten Jahr Gedanken gemacht haben und wo sie denken, dass der Apple-Weg hinführt. Der gewählte Titel könnte nicht passender sein: „Write code, Blow minds“.

Guckt man sich die Keynote noch einmal live an (www.apple.com/apple-events/june-2019/) und liest etwas im fachkundigen Internet herum, dann stellt man als Überbau fest: Apple ist grad ganz bei sich, wie man so sagt. Alle Betriebssysteme machen einen gemeinsamen Schritt nach vorn, Apple hat die Profis – wie versprochen – wieder auf dem Zettel und die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Ankündigungen machen immer mehr Sinn. Ob es der neue MacPro, die Trennung von iOS in ein „normales“ iPhone-OS und das neu angekündigte iPadOS oder die neueste Version der Swift-Programmiersprache mit gemeinsamer Codebasis für fünf Betriebssysteme oder Catalyst ist – so viel Bewegung war schon lange nicht mehr. Und was für eine Bewegung. Es war dieses Jahr so viel Neues, dass wir in verschiedenen Beiträgen die verschiedenen Themen beleuchten werden. 

 

Starten wir mit dem Mac Pro

Als alte Hardware- Freaks starten wir natürlich mit dem neuen MacPro. Auch hier: „Write code, Blow minds“: Allein schon die Einordnung der Maschine in bestehende Kategorien fällt schwer.  Apple hat sich in den letzten Jahren deutlich schwer getan mit der „Pro“ – Bezeichnung an den Geräten. Irgendwann in 2017 gab es dann ein Umdenken, das war, als Apple offiziell gefragt hat, was denn die Profis interessieren könnte. Da gab es einen runden Tisch bei Apple, und Apple hat zugehört. Das erste Ergebnis war der iMac Pro – ein sehr leistungsstarkes und dabei sehr leises Gerät für Profis in der Bild- und Videobearbeitung. Das setzte sich fort mit dem Mac mini, den so niemand auf dem Zettel gehabt hatte, und der auch eindeutig ein kleines Profi-Gerät ist. Die Strategie von Apple ist immer gewesen: Erst mal maximal bauen, und dann kleinere Versionen nachliefern. Ich bin davon überzeugt, dass  die Zukunft des Mac mini noch einige schicke Modelle für uns bereithält. Und nun also der Mac Pro. Der alte Mac Pro ist schick, schnell, leise. Aber, und das hat Apple selbst zugegeben: Er hat durch sein Design keinen Raum für Erweiterungen, nicht nur wegen des nicht vorhandenen Platzes darin, auch wegen der nicht ausbaubaren Kühlung.  Der Neue kann Kühlung. Pro Minute können die eingebauten Lüfter ein Wohnzimmer einmal durchlüften. Das ist auch nötig, denn das Netzteil des Rechners kann 1,4kW abgeben: Das passt  so grad noch an eine haushaltsübliche Sicherung. Der Prozessor allein verbrät 300 Watt. Genaue Leistungsdaten liegen noch nicht vor, bei der Vorführung waren es zwei Eckdaten, die den Mund von Audio- und Videoprofis wässrig werden ließen: Bist zu 1000 Spuren/Instrumente gleichzeitig in Logic, und bei der Videobearbeitung in der Lage, drei 8k RAW Viedeostreams in Echtzeit zu spielen und zu bearbeiten. Ganz einfach gesprochen: Das kann keine andere Maschine, die man aktuell kaufen kann. Standardkonfiguration startet bei $6000, und wenn man die einbaubaren Teile mal mit den aktuellen Listenpreisen aufaddiert, dann liegt man irgendwo bei $50.000 für die „Monster-Maschine“. Nichts für die Normalanwender, notwendiges Werkzeug für die Profis.

Zum Rechner gab es auch das versprochene Profi-Display. Ohne mit technischen Details zu langweilen: Aktuelle Referenz-HDR-Monitore liegen im Preis bei $40.000, das neue Pro Display XDR schlägt sie alle und kostet $5000. Der neue Mac Pro kann davon 6 Stück gleichzeitig betreiben..

Bei der Ankündigung des Monitorfusses hat sich Apple dann unverständlicherweise eine Flanke geöffnet für die Neid-/Mißgunst-Fraktion: $1000 soll der kosten. Da hätte ich erwartet, dass Apple meinetwegen das Display auf $5600 stellt und den Fuß für $399 anbietet. Allein wegen dieses Fusses ist mehr elektronische Tinte vergossen worden als für den ganzen Rechner.

So oder so: Spannende Entwicklung. Was jetzt noch fehlt, ist der Pro-Gedanke auch in den MacBook Pro. Da erwarte ich in der nächsten Zeit auch eine Ankündigung. Gerüchte sprechen ja schon von einem 16“ – Gerät….

MacBook Pro Reparaturerweiterungsprogramm für Videoprobleme

Schon seit einiger Zeit gibt es Diskussionen über einen Video-Serienfehler in MacBook Pro bestimmter Baureihen. Das hat in den USA auch schon zu einer der beliebten Sammelklagen geführt, und jetzt gibt es ein offizielles Programm von Apple zur Prüfung und eventueller Reparatur.

Auf dieser Apple – Seite stehen die betroffenen Modelle gelistet. Wer so ein Modell besitzt, kann es bei uns testen lassen. Bei Nicht-Passieren dieses Tests ist der Rechner für das Programm qualifiziert und wird dann von uns repariert.

Das schöne daran: Wenn Sie diesen Fehler schon vorher haben reparieren lassen, dann erstattet Apple Ihnen eventuell das zuviel gezahlte Geld!