von wok | Okt. 11, 2013 | Mac, MacOS, Sicherheit, TechTip
Dann kann ich Sie beruhigen: Sie sind nicht paranoid. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Sie beim Lesen Ihrer E-Mail GENAU beobachtet werden. Wann Sie die Mail geöffnet haben, wie oft, welches Betriebssystem sie nutzen, wo Sie grad sind…
Wie das geht: Recht einfach. Wer genau wissen möchte, wie oft eine Mail gelesen wird, der baut mit einfachen Mitteln einfach ein kleines Bild in die Mail ein, gern auch grad mal 1 Pixel hoch und einen Pixel breit und in weiß. Dieses Bild liegt auf einem Server des Absenders, und der beobachtet einfach, wer dieses Bild lädt. Und die meisten E-Mail-Programme tun das in der Grundeinstellung bereitwillig. Und dabei liefern sie noch so interessante Informationen über System, Rechner und Ort mit.
Ihr Mail-Programm können Sie recht einfach testen. Schalten Sie kurz den Spam-Filter des Programmes aus (Mail>Einstellungen>Werbung) und dann besuchen Sie die Webseite https://emailprivacytester.com/. Geben Sie hier eine Mailadresse von Ihnen ein, klicken auf „Senden“ und warten die eintreffende Mail ab. Darin ist ein Link, mit dem Sie das folgende angezeigt bekommen:

Wenn da etwas rot drin ist, dann sind das Möglichkeiten, Ihnen beim Empfang der E-Mail auf die Finger zu gucken. Und leider tut Apple Mail das in den Standard-Einstellungen.
Die können Sie einfach ändern. Mail>Einstellungen>Darstellung, und dann diesen Haken rausnehmen.

Damit sehen dann Ihre Mails vielleicht nicht ganz so hübsch aus (weil alle Bilder fehlen), allerdings kann Ihnen jetzt niemand mehr beim Lesen zugucken. Und die Bilder können Sie trotzdem von Fall zu Fall zu Gesicht bekommen: Apple Mail blendet dann bei Mitteilungen mit Bildern oben rechts einen Knopf „Bilder laden“ ein. Damit können Sie von Fall zu Fall entscheiden, ob Sie jemandem mitteilen möchten, dass Sie diese Mail geöffnet haben. Wenn Sie jetzt aber den obigen Test noch einmal machen, dann sieht das Ganze gleich viel besser aus:

(*für den Tip danken wir der c´t, die einen sehr lesenswerten Artikel über E-Mail-Sicherheit in der aktuellen Ausgabe hat)
PS: SPAM-Filter wieder an?
von wok | Okt. 6, 2013 | iOS, TechTip
Bei den ganzen Sicherheitsdiskussionen wird aktuell immer von drei „Stärken“ der iPhone – Sperre ausgegangen, das sind:
- Keine Sperre
- einfacher Code, 4-stellige PIN
- langes Password
Unschwer zu erkennen ist, dass Möglichkeit 1 die schlechteste ist: Wenn kein Sicherheitscode gesetzt ist, dann sind auch alle Verschlüsselungsverfahren im iPhone ausgeschaltet.
Möglichkeit zwei ist einfach einzugeben, aber auch leicht zu beobachten. Und da macht iOS7 das Beobachten deutlich leichter, die Tasten leuchten so schön nach.
Die dritte Möglichkeit ist die sicherste, allerdings auch die masochistischste: Für jedes Nachgucken einer Adresse, eines Termines oder einer SMS „x&%1p?super§§“ einzutippen: Nein Danke.
Deswegen: Wie wäre es denn mit einem längeren PIN-Code? Geht, und zwar ganz einfach:

- In den Einstellungen „Allgemein/Code-Sperre“ den Schieber „Einfacher Code“ ausschalten
- Dann eine längere PIN NUR AUS ZIFFERN eingeben
- Bestätigen
Ab sofort will das iPhone einen z.B. 6-stelligen Code haben, es zeigt aber das Ziffernfeld an, welches bedeutend einfacher und schneller zu tippen ist. Und ab 5 Stellen wird das für böswillige Beobachter immer schwerer zu merken…
von wok | Okt. 2, 2013 | Allgemein, iOS, Meinungen, Sicherheit, Technik
… na und?
Es gibt auf heise.de einen schönen Artikel über den Fingerabdruck-Scanner des iPhone 5s von Jürgen Schmidt:
„Der Fingerabdruck-Scanner des iPhone 5S wurde gehackt – so what? Das war zu erwarten. Bislang tricksten die Experten noch jeden Fingerabdruck-Scanner aus. Sie wundern sich doch auch nicht, wenn der Schlüsseldienst Ihre Wohnungstür aufmachen kann, oder? Trotzdem würden Sie Türen nicht als überflüssige Erfindung bezeichnen und die Wohnung immer offen lassen.“
Lesenwert!
von wok | Mai 17, 2013 | Digitales, Mac, MacOS, Sicherheit
Im Zuge der doch leider verstärkt auftretenden Viren (z.B. „Flashback“, den wir schon hier schon gewürdigt haben) stellt sich immer öfter die Frage: Sind wir bald genau so gefährdet wie Windows – Nutzer? Bin ich sicher? Was muss ich tun? Brauche ich unbedingt ein Virenschutzprogramm?
Alle bisher für den Mac erhältlichen Programme haben das Problem, was auch alle Windows – Programme haben: Keines ist fehlerfrei, und alle senken Sie die Leistung des Systemes.
Die Sicherheit, die Sie mit dem Kauf und der Installation erhalten ist also eine Teilzeitsicherheit.
Was Sie auf jeden Fall tun können: Beachten Sie ein paar wenige einfache Tips, dann sind schon mal die größten Tore geschlossen.
Der Zugriff von Dunkelmännern erfolgt fast ausschließlich über den Browser oder Mail. Es gilt also, das System deutlich skeptischer zu machen, was Installationen, etc. angeht.
Dazu gehört auch und gerade das Wissen um das, was man da aktuell herunterladen will. Oft wird versucht, über den Umweg einer angeblichen Nachinstallation von Hilfsprogrammen solche Schadstoffe einzubringen. Um bestimmte Filme anzusehen (ts,ts!), z.B. wird gern ein angeblich nötiger CODEC nachgeladen. Man gibt dann arglos sein Admin – Kennwort ein, und – zack – hat man einen häßlichen Virus.
Hier gilt: Gesundes Misstrauen. Der Mac kann von Haus aus alle Quicktime – Formate abspielen, und weitere nötige Formate kann man über offizielle CODECS direkt von der Microsoft-Website ergänzen, z.B. mit Flip4Mac.
Wenn nach der Installation dieser Komponente später noch mal Nachfragen nach „ergänzenden CODECS“ kommen – ablehnen.
<b>Wer den Flash-Player noch braucht</b>, sollte ihn direkt von der Adobe-Seite herunterladen und nicht über dubiose Download-Portale.
<b>Wer noch etwas weniger Flash möchte:</b>
Kein Flash installieren (oder, wenn installiert, wieder deinstallieren). Laden Sie sich Googles Chrome Browser herunter. In Safari die Einstellungen öffnen, den Reiter „Erweitert“ wählen und ein Häkchen in „Menü ‚Entwickler‘ in der Menüleiste anzeigen“ setzen.
Immer, wenn Sie jetzt auf eine dieser nervigen Webseiten mit Flash stossen, passiert einmal – ihr Browser hinterläßt im Log des Webservers einen Eintrag, dass er kein Flash kann. Das hilft, diese programmtechnische Pest auf lange Sicht loszuwerden. Wenn Sie jetzt den Inhalt betrachten wollen, gehen Sie in Safari auf das neu erschienene Menü „Entwickler“ und sagen dort: „Seite öffnen mit…“ und wählen dort Google Chrome aus. Der hat nämlich einen Flash-Player eingebaut…
Damit haben Sie schon mal die zwei wichtigsten Einfallstore geschlossen.
Der Rest ist Kleinkram:
(Wir gehen mal davon aus, dass Sie die Vorschläge aus unseren Tips für verschlüsselte Verzeichnisse und Anmeldekennworte befolgt haben…)
In den Systemeinstellungen des Rechners den Reiter Sicherheit anklicken.
Im Bereich „Allgemein“ auf den Knopf „Weitere Optionen…“ klicken.
Dort einen Haken setzen bei „Administratorkennwort für den Zugriff auf geschützte Systemeinstellungen verlangen“. Da müssen Sie dann öfter bei Änderungen am System das Kennwort eingeben, Sie verhindern aber damit auch, dass bösartige Programme das im Hintergrund tun und sich so selbst den Zugang einfacher machen.
Und den Haken darunter sollten Sie auch gleich aktivieren: „Liste für sichere Downloads automatisch aktualisieren“. Der Mac hat nämlich tatsächlich ein Virenerkennungsprogramm, und mit diesem gesetzten Häkchen geben Sie ihm die Chance, sich die neuesten Infos bei Apple abzuholen.
von wok | März 22, 2013 | Digitales, Mac, MacOS, Sicherheit
Doch, tatsächlich.
Es gibt einen. Ein Trojaner für den Mac (und andere Systeme).
Ganz heimtückisch. Hat man kaum eine Chance, sich dem zu entziehen.
(Hinweis: Das war Ironie!)
Auf bestimmten Webseiten, wenn man bestimmte Filme (hüstel, hüstel) ansehen möchte, dann erscheint die Aufforderung, ein angeblich fehlendes Plugin zu installieren.
Erster Fehler: Der Mac kann mit maximal einem zusätzlichen Plugin (Flip4Mac) alle gängigen Videoformate wiedergeben.
Und bei der Installation kommt dann noch die Frage, doch bitte sein Admin-Kennwort einzugeben. Und wer das tut, der hat dann einen kleinen Lauscher an Bord, einen Trojaner, der besuchte Webseiten ausspioniert und angezeigte Webseiten mit Werbung garniert.
Aber, mal im Ernst: Das macht doch niemand mehr, einfach angeblich Videoplayer, Downloadhilfen, etc. zu installieren. Oder?