Die Diskussion ist ja nicht ganz neu, wird aber mit jeden neuen iPhone und jeder neuen Systemversion neu befeuert: braucht man noch eine „richtige“ Kamera oder reicht die, die man sowieso immer dabei hat? Aktueller Fall für das Neudenken dieser Frage ist die Vorstellung einer neuen Kamera-App, „Projekt Indigo“ von Adobe. Eigentlich ist es eine Kamera für Lightroom, obwohl die Lightroom-App ja auch schon eine Kamera hat, aber, ehrlich gesagt – nicht die angenehmste. Allein diese umständliche Art, die Brennweite auszuwählen nervt jedes Mal. Direkte Brennweitenanwahl – Fehlanzeige. Statt dessen muss man, um von einer Brennweite zur anderen zu kommen, z.B. von Tele auf normal, sich durch alle anderen Brennweiten quälen. Und die errechneten Auflösungen wie die 2x Einstellung gibt es schon mal gar nicht. Und wo wir grad dabei sind: Seit diversen Updates von Lightroom auf dem iPhone warte ich auf die Möglichkeit, die Lightroom-Kamera mit der Kamerataste direkt zu öffnen. Jetzt ahne ich, warum Adobe das nicht eingebaut hat. All diese Dinge löst Projekt Indigo, kurz PI. Dazu habe ich mal einen Artkiel geschrieben
Die neuen MacBook Pro mit M2 sind vorgestellt, die ersten Leitungstests tauchen auf, die ersten Maschinen sollen dieser Tage ausgeliefert werden. Alle Tests bescheinigen einen Leitungszuwachs zwischen ungefähr gleich ausgestatteten Maschinen von 15-30%. Das ist ganz ordentlich, allein, die Frage stellt sich: Wozu?
Leistung im Überfluß
Schon bei der Vorstellung der Geräte mit dem M1 Pro/Max/Ultra waren die Leistungssteigerungen gegenüber den Intel-Rechnern atemberaubend. Mein Statement von damals gilt heute deswegen um so mehr: Die meisten Menschen mit moderatem Arbeitsaufkommen im Grafikbereich kommen mit einem M2 „normal“ deutlich hin. Sowas ist z.B. im MacBook Air verbaut, mit 8 CPU-Kernen, 10 Grafikkernen und maximal 24 GB RAM. So etwas nutzen wir hier auch für Lightroom, Photoshop, InDesign und Programmentwicklung. Und, was soll ich sagen: ich habe noch kein einziges Mal gedacht: „Das könnte jetzt aber schneller gehen“.
Neu gegen alt
Geht man dann mal auf einen hochaufgerüsteten Intel-Rechner zurück, dann tauchen sie plötzlich auf: Die kleinen Hakeligkeiten. Starten dauert, Filterberechnungen werden wieder wahrnehmbar, leises und dann lautes Lüften tauchen auf…
So ein M1/M2 ist einfach „zippier“.
M2 Pro/Max für wen?
Guten Frage. Es gibt einige ganz klare Anwendungen, die davon profitieren:
Rendering
Videoschnitt
Audio mit vielen Spuren
Softwareentwicklung
Für jemanden, der 12 Stunden auf das Fertigwerden von Renderings warten, sind 30% schneller 30% weniger Wartezeit.
Mit der Anabolika-Spritze für den Mac mini stößt der jetzt in Leistungsbereiche vor, wo sich vorher der MacPro getummelt hat. Den iMac Pro haben wir ja schon mit dem M1 überholt…
😉
Was alle Käufer eines M2 Pro/Max merken werden: Wenn es mal nicht ans Rendern etc. geht, dann wirken sich die jetzt 4 energiesparenden Kerne auf die Batterie aus, die Lebensdauer ist noch mal besser geworden.
Lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich sind die Macs, die man für eine bestimmte Arbeitsweise kauft grad preiswerter geworden – statt eines M1 Studio reicht vielleicht schon ein Mini mit M2Pro.
Und der etwas merkwürdige Titel dieses Beitrages: Ob Apple sich nicht langsam in eine Ecke gemalt hat? Immer mehr Leistung für immer weniger Anwender? Was zu erwarten ist: Die Softwarehersteller werden neue, rechenintensive Features jetzt auf die M1/M2 optimieren, der Wettlauf geht also weiter! Von daher lohnt sich auch das „auf Vorrat kaufen“ grad – so einen Rechner nutzt man ein paar Jahre.
Diese beim Schlachter gern umgedreht genutzte Floskel wird grad im Apple – Universum von uns immer öfter gestellt. Immer dann, wenn wir mit Ihnen versuchen auszuloten, was es denn für eine Rechnerkonfiguration für den gewünschten Anwendungszweck sein soll.
Mit dem Auftauchen des M1 gab es gewaltige Verschiebungen, und mit dem M2 haben wir jetzt einen Punkt erreicht, an dem man sagen kann: Es reicht. Es reicht zum Beispiel ein MacBook Air M2 für die meisten Arbeiten, für die man in der Intel-Zeit ein ausgereiztes 16“ gebraucht hat.
Seit einigen Tagen ziert ein MacBook Air mit M2 – Prozessor meinen Arbeitstisch, und die ersten Erfahrungen sind ein wenig unwirklich. Für die etwas anspruchsvolleren Arbeiten, die bei mir anfallen, also Lightroom Classic diverse Masken setzen, in Photoshop mehrere Ebenen und Filter nutzen, all dieser Kram war in der Intel-Zeit anstrengend.
Die Lüfter röhrten fröhlich vor sich hin, Fortschrittsbalken poppten auf und krochen auf 100% zu. All das ist einfach weg mit dem M1. Es war komplett weg auf dem M1 16“ – meinem vorherigen Arbeitsgerät.
Das ist jetzt ersetzt durch das M2 Air, und was soll ich sagen: Da ist es noch genauso weg. Ich merke für meine Arbeiten keinen Unterschied. Lüfter? Hat das 16“ M1 angeblich, nie gehört. Das Air hat nicht mal Lüfter. Wozu? Für das, was ich mit Lightroom und Photoshop mache, das sitzt so ein 16“ auf einem Prozessorkern ab. Und das M2 nimmt dann vielleicht einen zweiten dazu – es ist ziemlich unglaublich, was diese Apple-Chips können. Ach ja, nicht zu vergessen der Stromhunger: Den gibt es hier auch nicht mehr. War beim Intel 16“ nach 4-6 Stunden Schicht im Schacht, überlege ich beim M2 mittlerweile, ob ich es nach einem Arbeitstag bei über 50% noch zum Laden anschließe.
Und um auf die Eingangs gestellte Frage zurückzukommen:
Darf´s etwas weniger sein?
Mit einem M2 mit der magischen Zahlenkombination 8/10/24 liegt man so weit schon im Profi-Lager, dass sich die richtigen Berserker – Maschinen nur noch empfehlen für Menschen, die ihrem Rechner wirklich Maximales abverlangen: Renderings, 3 D – Modelle, Audio über 100+ Spuren. Ach so, die magische Zahlenkombination bedeutet 8CPU-Kerne, 10GPU-Kerne und 24GB Arbeitsspeicher – die größte Ausbaustufe beim Air. SSD nach Wunsch und Geldbeutel bis 2TB.
Ich treffe immer wieder auf Fragen, wie denn das mit den Bildern in der Adobe Cloud ist. Welche Bilder liegen da als Originale in voller Auflösung, welche sind nur die „SmartPreviews„?
Da Adobe dafür keinen direkten Leitfaden zur Verfügung stellt, muss man sich das aus verschiedenen Quellen selbst heraussuchen.
Fakt ist: Wenn ich in Lightroom Classic eine Sammlung zur Synchronisation markiere, dann werden die SmartPreviews erzeugt und hochgeladen. Mit diesen SmartPreviews kann man schon ganz schön viel machen. Das kann man ausprobieren: Von einem Bild im Katalog ein SmartPreview errechnen lassen und anschließend das Original entfernen (vorher natürlich einmal sichern). Man kann jetzt alle Bearbeitungen durchführen, lediglich beim Druck oder beim Export über einer bestimmten Größe verlangt LR Classic die Originaldatei.
Bedeutet für uns: Wenn ich ein Bild aus LR Classic in die Cloud synchronisiere, dann werden weitergehende Bearbeitungen in Lightroom auf dem iPad komplett möglich sein. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vom iPad aus noch nie gedruckt oder groß exportiert habe. Interessant: Die SmartPreviews zählen NICHT mit für die Berechnung der erlaubten Größe!
Alle Bilder aus LR iPad oder iPhone liegen aber immer in voller Größe in der Cloud und werden automatisch in den festgelegten Ordner in Lightroom Classic heruntergeladen. Wenn in der Cloud nur 20GB erlaubt sind, möchte man ja gern etwas Platz schaffen – nur wie?
Das geht in mehreren Schritten, aber leider nicht selektiv – man muss einmal den großen Industriestaubsauger anwerfen, die Cloud leer machen und dann langsam wieder befüllen. Am besten geschieht das Neubefüllen dann von LR Classic aus, dann werden nur die SmartPreviews hochgeladen.
Los gehts:
Lightroom Classis starten. Prüfen, ob die Synchronisation überhaupt aktiv ist und mit dem Symbol oben rechts in der Ecke prüfen, ob alle Vorgänge abgeschlossen sind.
Alle Sammlungen die Synchronisation ausschalten. Das geht, in dem man den kleinen Pfeil links neben dem Namen der Sammlung ausklickt. Siehe Screenshot, der rote Pfeil zeigt auf das Symbol. Hier wird die Sammlung „Portfolio“ in die Cloud synchronisiert. Schaltet man hier aus, dann bleiben alle Bilder auf dem Rechner, und durch das Trennen der Verbindung werden sie auch nicht gelöscht, wenn wir den nächsten Schritt gehen.
Der ist erst mal abwarten, bis LR Classic mit der Trennung der Synchronisation fertig ist – wieder im Symbol rechts oben nachsehen. Dann: Oben links im Bibliothekspanel die Sammlung „Alle synchronisierten Fotos“ auswählen. Darin dann alle Fotos auswählen. Durchatmen, noch einmal prüfen, ob wir wirklich „Alle synchronisierten Fotos“ gewählt haben. Alle Bilder löschen. (Sie werden nicht wirklich gelöscht, sie werden nur aus der Sammlung entfernt). Warten, bis die Synchronisation erledigt ist – das kann jetzt etwas dauern.
Schritt 3: Fertig. Nein, nicht ganz – „Alle synchronisierten Fotos“ heißt ja nicht „alle synchronisierten Videos“. Wenn da welche drin sind, zum Beispiel vom iPhone, dann bleiben sie da liegen. Und fressen Platz. Die sind zwar auch auf den Rechner heruntergeladen, wurden aber nicht mit gelöscht wegen Bilder und keine Videos. Das Löschen geht nur online, ein Trick, den die wirklich empfehlenswerte Webseite The Lightroom Queen herausgefunden hat: bei Adobe mit seiner Adobe-ID anmelden. Das kleine Filter-Symbol neben der Suche anklicken, „Videos“ auswählen, alle auswählen, löschen.
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