In der Regel kündigt Apple ja auf der Entwicklerkonferenz im Juni regelmäßig neue Versionen. der diversen Betriebssysteme an. Und wenn Apple so weiter macht wie bisher, also das System immer mehr abschottet, keine fremden Bestandteile mehr erlaubt, also alles, um es sicherer aber auch unbequemer zu machen: Da hätte ich dann einen Namensvorschlag. Die letzten Namen waren ja immer kalifornische Landmarken, Orte und Gebiete, deswegen mein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag:
Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Internets ist der Domain Name Service, kurz als DNS bezeichnet. DNS ist quasi die Telefonauskunft des Internets. Möchten Sie die neuesten Nachrichten über den Rücktritt von Herrn Kurz auf spiegel.de lesen, dann tippen Sie in Ihrem Browser www.spiegel.de ein. Ihr Browser geht mit dieser Information zu einem sogenannten DNS-Resolver und fragt den: „sag mal, wo finde ich denn im Moment den spiegel.de?“. Der DNS-Resolver würde dann zum jetzigen Zeitpunkt mit der IP-Adresse 128.65.210.8 antworten. Diese Adresse steuert der Browser dann an.
Die Antwort des DNS-Resolvers kann aber auch lapidar lauten „keine Ahnung“. Dann haben Sie sich entweder bei der Eingabe des Namens vertippt oder die Adresse kann im Moment nicht gefunden werde – siehe Facebook, Instagram, WhatsApp letzte Woche.
Das DNS-System datiert aus den Anfängen des Internets, und Datenschutz war da nicht so das Ding, heißt: Alle Abfragen gehen unverschlüsselt durch das Netz. „Der Anwender XYZ möchte spiegel.de besuchen“.
Benutzer der Fritzbox mit aktuellem Betriebssystem (zum Zeitpunkt des Artikels ist das 7.28) können das für alle Rechner im Heimnetz sicherer machen. Es gibt DNS-Resolver, die verschlüsselte Anfragen annehmen und bearbeiten. Die Fritzbox verschlüsselt dann die DNS-Anfragen, und der DNS-Server antwortet ebenfalls verschlüsselt. Kein Mensch kann ab sofort die Kommunikation mitlesen.
Um das in der Fritzbox einzurichten, brauchen wir die Auflösungsnamen der DNS-Server. Das findet man in der Regel bei den Anbietern dieser Server heraus.
Ein Besuch auf der Seite von Cloudflare gibt diese benötigten Informationen preis, die wir dann in der Fritzbox unter „Internet/DNS-Server“ eingeben:
1dot1dot1dot1.cloudflare-dns.com
one.one.one.one
Cloudflare ist ein großer Internet-Dienstleister, deren DNS – Server sind auch unverschlüsselt gut und sehr schnell zu nutzen. Die IP ist leicht zu merken: 1.1.1.1. Das tragen wir auf der Seite in der Fritzbox ein, und dann setzen wir noch einen Haken bei „DNS over TLS (DoT)“. Es öffnet sich ein Textfenster, und hier geben wir die beiden Auflösungsnamen ein, einen proZeile.
Das Ganze noch mit „Übernehmen“ bestätigen, und ab sofort belauscht niemand mehr, was sich ihr Haushalt so im Internet ansieht.
AirTags sind ja eigentlich entwickelt, um einem Verlust vorzubeugen. (Siehe unsere Artikel hier). Wie wäre es denn, so einen auch als Diebstahlsschutz zu verwenden? Schutz vor Diebstahl ja eher nicht, eigentlich nur, um es nach dem Diebstahl eines Fahrrades vielleicht wiederzubekommen. Erste Frage, die sich stellt: wo so einen AirTag möglichst unauffällig unterbringen? Instinktive erste Lösung: unter den Sattel kleben. Nicht so richtig gut: auf die Idee kommt jeder halbwegs pfiffige Dieb auch, und allein, wenn man das Rad anhebt, greift man da hin. Ins Rücklicht geht auch nicht, das ist zu klein und der AirTag zu groß und zu rund.
Hilfe bietet das Internet: die Suche nach „AirTags“ und „Fahrrad“ fördert Diverses zu Tage, unter anderem auch eine 3D-gedruckte Halterung, die unter einen Flaschenhalter geschraubt wird (siehe gelb markiert im Bild). Das ist recht unauffällig, und als zusätzliche Sicherung wird ein Satz Spezial-Schrauben mit passendem Bit mitgeliefert.
AirTag, gut verpackt
In Benutzung
Das Fahrrad steht bei Nichtbenutzung im Keller, und immer, wenn ich es nach einigen Stunden Stillstand da raushole und bewege, greift Apples Mechanik „ein fremder Airtag ist bei Dir“ – es macht leise, piepende Geräusche. Das passiert, wenn ich das iPhone NICHT dabei habe, die AppleWatch reicht nicht aus. Und das iPhone braucht eine Zeit, bis es den eigenen AirTag geortet hat. Lasse ich mit dem iPhone in der Tasche etwas Zeit verstreichen, bis ich das Fahrrad bewege, dann erkennt der AirTag, dass er zu diesem iPhone gehört und piept nicht. Nun nehme ich aber an, dass das Fahrrad eher nicht aus dem gut gesicherten Keller gestohlen wird, sondern in freier Wildbahn, also vor der Kneipe abgeschlossen, deswegen wird in diesen Fällen das Piepen nicht ertönen.
Jetzt hoffe ich mal, dass ich diesen Beitrag nie ergänzen muss, ob es denn geklappt hat oder nicht!
Da war man ja schon ein wenig neidisch, als es die neuen iMacs mit der Tastatur mit TouchID gab. Wer, wie der Autor, ein MacBook Air M1 nutzt und das zugeklappt an einem großen Monitor mit Maus und Tastatur betreibt, der ärgert sich ein wenig, dass TouchID in diesem Szenario nicht verfügbar ist. Etwas Linderung schafft die gekoppelte Apple Watch, die man ja auch so einrichten kann, dass sie mit zweimaligem Druck auf den seitlichen Knopf den Rechner oder Zugänge entsperrt.
Es gibt aber ja Menschen, die noch keine Apple Watch haben, und für alle gibt es jetzt Linderung: Seit einigen Tagen sind beide Tastaturen, also die kleine und auch die mit dem Zifferblock, mit TouchID verfügbar – in weiß.
Man muss sie einmalig mit Kabel an den Rechner anschließen, auf dem Mac mini z.B. dann zweimal schnell die Einschalttaste drücken, und ab dann ist die Tastatur mit dem Rechner sicher gekoppelt – auch ohne das Kabel.
Jetzt kann man Touch ID anlernen, und ab dann laufen Entsperrungen wesentlich einfacher!
So langsam fängt es an, wirklich zu nerven. Rufe ich eine Nachrichten-Webseite auf und fange an zu lesen, dann habe ich Mühe, dem Text zu folgen: der Text springt stückweise nach unten, je nachdem, wann denn endlich die penetrante Werbung geladen ist. Will ich das Ganze werbefrei sehen, kann ich überall gern ein Abo abschließen, für nur X.XX€ im Monat. Das auf einer Webseite, auf der ich einen Artikel im halben Jahr lese – nicht so richtig einzusehen. So lange es keine Möglichkeit gibt, pro Monat einen Obolus zu entrichten und dann auf allen Webseiten werbefrei zu lesen, so lange wird es Werbeblocker geben. Die jetzt verfügbaren sind immer pro Rechner/Tablett, müssen konfiguriert werden und manche Webseiten sperren einen dann komplett aus.
Wir haben jetzt mal das Experiment eines zentralen Werbeblockers ausprobiert. In der Mac & i 2/2021 ist ein Artikel, der beschreibt, wie man einen Raspberry Pi als zentrale Instanz im Heimnetz einrichtet. Der Kauf des Heftes und des Raspis dafür lohnt sich, die Einrichtung ist gut beschrieben und läßt sich in weniger als einer Stunde nachbauen. Man hat dann einen kleinen Kasten mit dem Raspi, der installierten Software pi-hole und einer Anleitung, wie man ihn ins Netzwerk einbindet.
Alle oder Ausgewählte
Bei der Einrichtung gibt es zwei Vorgehensweisen. Zu Beginn empfiehlt sich die vorsichtige Variante: in den Netzwerkeinstellungen eines Rechners die DNS-Einstellung auf die IP des Raspberrys verbiegen und dann beobachten. Die „Alles oder Nichts“ – Einstellung ist es dann, den DNS-Eintrag des Routers auf den Raspi umzubiegen.
Auswirkungen
Erstaunlich. Erstaunlich gut. Morgens sind es ca. 6% geblockter Anfragen in den letzten Stunden, am Abend dann bis zu 30%. Liegt daran, dass ja alle Anfragen aus dem Heimnetz über den Raspi laufen, und da sind halt viele Geräte drin, die nachts Updates suchen, Aktualisierungen laden und solche Dinge mehr. Über den Tag sind es eben Rechner und Tabletts, die Webseiten besuchen. Interessanter Nebeneffekt: wenn man sich mal in einer ruhigen Minute den Netzwerkverkehr ansieht, der z.B. so zwischen 3 und 4 Uhr gelaufen ist – spannend. Der intelligente Fernseher sucht eine Verbindung zu views.hersteller.com? Kann man mal auf die Blacklist tun und dann beobachten, ob einem was fehlt.
Fallstricke und deren Vermeidung
In jetzt über einer Woche Test gab es genau eine Webseite, die den Zugang wegen aktiviertem Adblocker verwehrt hat: bild.de. Alles andere funktioniert wunderbar. Wenn man so etwas hat, gibt es auch hier einen Trick: man legt sich eine zweite Netzwerkumgebung an, in dem man die aktuelle dupliziert. In der neuen Umgebung („mit Werbung“) läßt man alle Einstellungen, bis auf den DNS-Server. Da trägt man über das „+“ dann 1.1.1.1 ein. Das sind die schnellen DNS-Server von Cloudflare. Dieser DNS ist übrigens auf dem Raspi auch eingetragen, der wird genutzt, wenn es erlaubte URLs aufzulösen gilt.
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